14.12.2009

Dreikönigskonzert des Stuttgarter Kammerorchesters mit Fazıl Say

Das Stuttgarter Kammerorchester spielt am 6. Januar 2010 um 20 Uhr im Beethovensaal der Liederhalle sein traditionelles Dreikönigskonzert. Solist des Abends ist der türkische Starpianist Fazıl Say.

Geboren 1970 in Ankara, Türkei, studierte Fazıl Say Klavier und Komposition am dortigen Staatlichen Konservatorium. Von 1992 bis 1995 setzte er seine Studien am Berliner Konservatorium fort. 1994 gewann er die Young Concert Artists International Auditions, was den raschen Start seiner internationalen Karriere bedeutete. Fazıl Say ist Gast beim New York Philharmonic, dem Israel Philharmonic, dem Baltimore Symphony, Philadelphia Orchestra, Concertgebouw Orchestra, St. Petersburg Philharmonic, BBC Philharmonic, dem Orchestre National de France, den Wiener Sinfonikern und anderen führenden Orchestern weltweit.

Programm:
  • Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 95 c-Moll
  • Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 467
  • Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 "Jupiter-Sinfonie"
Karten: SKS Russ 0711 / 163 53 21, www.sks-russ.de

07.12.2009

"Ağabey-Abla" in Ernst-Reuter-Initiative aufgenommen

Das "Ağabey-Abla"-Programm des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart wurde heute von den Außenministerien Deutschlands und der Türkei als herausragendes Projekt in die "Ernst-Reuter-Initiative für Dialog und Verständigung zwischen den Kulturen" aufgenommen.

Mit der Ernst-Reuter-Initiative (www.ernst-reuter-initiative.de) soll die deutsch-türkische Zusammenarbeit in Kunst und Kultur, Politik und Medien, Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft weiter gestärkt werden. Sie wurde im September 2006 von den damaligen Außenministern Steinmeier und Gül ins Leben gerufen. Benannt ist die Initiative nach dem Sozialdemokraten Ernst Reuter, der zur Zeit des Nationalsozialismus in der Türkei Zuflucht fand. Dort war er unter anderem als Berater im Wirtschaftsministerium tätig, bevor er nach Kriegsende nach Berlin zurückkehrte und dort 1947 zum ersten Regierenden Bürgermeister gewählt wurde. Viele NS-Verfolgte, die in den 30er und 40er Jahren von der Türkei aufgenommen wurden, haben bis heute eine innige Beziehung zu ihrem Gastland bewahrt. So ist es ebenfalls ein Anliegen der Initiative, an die gemeinsame Geschichte unserer beiden Länder zu erinnern und aus dieser Perspektive ein produktives und vertrauensvolles Miteinander auch in Zukunft weiter zu stärken.

Mit der Aufnahme des "Ağabey-Abla"-Programmes in die Ernst-Reuter-Initiative gewinnt unser Stipendiaten- und Mentorenprojekt eine große Anerkennung, für die wir sehr dankbar sind. Unsere jungen Stipendiaten sind hoch engagiert und setzen sich sehr für den Bildungserfolg der nächsten Generation junger Deutschtürken ein. Dass dieses Engagement von den Regierungen beider Länder gewürdigt wird, freut uns sehr!

05.12.2009

Stuttgarter Appell gegen Kürzungen im Kulturbereich

In einer gemeinsamen Initiative wenden sich die Stuttgarter Kulturinstitutionen zusammen mit Künstlerinnen und Künstlern an die Fraktionen des Gemeinderats, die Verwaltung der Stadt und die Öffentlichkeit. Anlass dafür sind die Kürzungen im Kulturbereich, die dem Gemeinderat für die Haushaltsberatungen 2010/2011 vorgeschlagen wurden. Die Umsetzung dieser Vorschläge wäre mit nachhaltig negativen Konsequenzen für das Stuttgarter Kulturleben verbunden.

Bitte unterstützen Sie den Appell und zeichnen Sie ihn mit unter http://www.artparade-stuttgart.de/petition/

26.11.2009

Praktikum beim Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart

Zur Unterstützung unserer Geschäftsstelle suchen wir ab Januar 2010 eine/einen Praktikantin/Praktikanten, die/der bei der Vorbereitung und Durchführung verschiedener Veranstaltungen, in der Betreuung unserer Bildungsprogramme, in der Öffentlichkeitsarbeit sowie in der Büroorganisation behilflich ist. Die Dauer des Praktikums ist zwischen 3 und 6 Monaten möglich. Es wird mit 250 Euro/Monat vergütet.

Voraussetzungen sind sehr gute Deutsch- und Türkischkenntnisse in Wort und Schrift, Interesse an interkulturellen Themen, Organisationstalent, eigenständiges Arbeiten und Flexibilität bei den Arbeitszeiten.

Bewerbungen schriftlich oder per E-Mail bitte mit kurzem Anschreiben, Lebenslauf mit Foto und letzten Zeugnissen an:

Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart e.V.
Nadlerstraße 4
70173 Stuttgart
E-Mail: info@dtf-stuttgart.de

Ansprechpartner:
Kerim Arpad, Tel. 0711/2484441, E-Mail: info@dtf-stuttgart.de

20.11.2009

SWR2 Programmschwerpunkt Türkei 27.12.2009 bis 10.01.2010

Im Programmschwerpunkt Türkei präsentiert SWR 2 vom 27.12.2009 bis 10.01.2010 zahlreiche Berichte, Reportagen und Interviews über das Leben und die Gesellschaft ebenso wie die facettenreiche Geschichte. In 30 Folgen werden Sprache, Kultur, Kunst und Küche der Türkei von 30 prominenten Namen präsentiert, wie z.B.: Cem Özdemir, Hülya Özkan, Dilek Güngör, Serdar Somuncu, Erdal Keser, Serpil Pak, Kamuran Sezer... Auch die türkische Musik - von Klassik über Funk, Volksmusik und Weltmusik bis zur spirituellen Musik der Sufis wird im Programmschwerpunkt Türkei auf SWR 2 zu hören sein. Weitere Informationen zu den Sendungen unter http://www.swr.de/swr2/...

16.11.2009

SiNEMA Eröffnung am Donnerstag

Die Deutsch-Türkischen Filmtage SiNEMA, die das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart e.V. (DTF) gemeinsam mit dem Arthaus Filmtheater Stuttgart organisiert, finden ab Donnerstag, dem 19. November im DELPHI Arthaus Kino (Tübinger Straße 6, Stuttgart) statt.

Eröffnet werden die Deutsch-Türkischen Filmtage mit einem Empfang am 19. November um 19 Uhr im Delphi Arthaus Kino. Es sprechen Susanne Laugwitz-Aulbach, Leiterin des Kulturamts, Bengü Yiğitgüden, stellvertretende türkische Generalkonsulin, Stella Voutta, Projektassistentin der Robert Bosch Stiftung, Deniz Erdem, Vorstandsmitglied des DTF und Peter Erasmus, Geschäftsführer der Arthaus Filmtheater Stuttgart GmbH. Zur Eröffnung wird der Kurzfilm "Begegnung auf Augenhöhe - das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart" der Studentinnen Tanja Kessler, Carina Hagg, Vera Schneider, Sarah Krüger und Janine Borse von der Hochschule der Medien Stuttgart gezeigt.

Als Eröffnungsfilm wird um 20 Uhr Yeşim Ustaoğlu's "Pandora'nın Kutusu" / "Die Büchse der Pandora" gezeigt. Der beim 56. Internationalen Filmfestival von San Sebastian als bester Beitrag mit der Goldenen Muschel ausgezeichnete Spielfilm schildert eindrucksvoll das Zusammenleben von verschiedenen Generationen in der urbanen Gesellschaft.

Zur Eröffnung am Donnerstag gibt es nach dem Film ab 21 Uhr in der benachbarten mocca Espresso & Weinbar eine Film-Lounge mit türkischer Live-Musik.

Die Deutsch-Türkischen Filmtage werden von der Robert Bosch Stiftung ermöglicht und vom Ministerium für Kultur und Tourismus der Türkei und dem türkischen Generalkonsulat Stuttgart unterstützt. Die Landeshauptstadt Stuttgart fördert das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart.

10.11.2009

Art-Parade - Kultur macht mobil!

Finanzielle Kürzungen und Streichungen bei vielen Stuttgarter Kultureinrichtungen stehen an. Am 18. Dezember entscheidet der Gemeinderat abschließend über die geplanten Maßnahmen.

Kulturschaffende der Stadt tun sich am 19. November 2009 ab 14.00 Uhr zusammen und zeigen in einer Prozession der Künste, dass Kultur in Stuttgart lebt! Dabei geht es um Solidarität mit den Einrichtungen, deren Existenzen akut bedroht sind, aber es geht vor allem darum, gemeinsam zu zeigen, was Kultur in Stuttgart kann: Sie verbindet und lässt Gemeinschaften entstehen, sie bildet die Grundlage eines kreativen und dialogbereiten Miteinanders, das gerade in Zeiten der Krise einer unbedingten Förderung bedarf.

Die Art-Parade bringt die kulturelle Vielfalt der Stadt gemeinsam auf die Straße, um ein lebendiges und kreatives Miteinander zu demonstrieren. Der Weg führt voraussichtlich von der Reinsburgstraße zwischen Künstlerhaus und Bachakademie ins Zentrum der Stadt. Am Ende der Prozession wird es vor dem Rathaus eine Rede zur Notwendigkeit der kulturellen Förderung und Bildung in Krisenzeiten geben. Am 19. November gilt es, sichtbar zu sein mit Sight and Sound und das kreative Potential aller Kulturschaffenden einzusetzen, in einer Choreographie, die auffällt und nachwirkt.

Weitere Informationen und Programm unter www.artparade-stuttgart.de

06.11.2009

SiNEMA Filmtage im DELPHI Arthaus Kino

"SiNEMA" - die Deutsch-Türkischen Filmtage - werden vom Deutsch-Türkischen Forum (DTF) Stuttgart e.V. gemeinsam mit dem Arthaus Filmtheater Stuttgart organisiert. Sie finden in diesem Jahr erneut im DELPHI Arthaus Kino (Tübinger Straße 6, Stuttgart) statt. Gefördert von der Robert Bosch Stiftung präsentieren die Veranstalter vom 19. bis 25. November insgesamt 12 aktuelle Produktionen türkischer Filmemacher. Darunter "Pandora'nin Kutusu" von Yesim Ustaoglu, "Süt" von Semih Kaplanoglu, "Mommo" von Atalay Tasdiken und "Nokta" von Dervis Zaim.
Die feierliche Eröffnung findet am Donnerstag, 19.11., um 19 Uhr im DELPHI statt.

Jeden Abend Film-Lounge in der mocca Espresso & Weinbar (Tübinger Str. 20) - bei Vorlage des SiNEMA-Tickets gibt es 1€ Nachlass auf jedes Getränk.

04.11.2009

Wandern mit dem DTF

November-Wanderung "Spätherbst"
Sonntag, 8. November 2009, ab 9:00 Uhr

Wanderroute
Weil der Stadt - Predigtplatz - Dätzingen (ca. 9 km)

Treffpunkt/Abfahrt
Treffpunkt um 09:00 Uhr auf dem Bahnsteig der S-Bahn S6 in Stuttgart, Hauptbahnhof (Tief) Gleis 102 vorne
Abfahrt 09:18 Uhr ab Hauptbf (Tief) Gleis 102 mit S6 Richtung Weil der Stadt
Ankunft 09:55 Uhr an Weil der Stadt

Beginn der Wanderung um 10:00 Uhr ab S-Bahn Haltestelle Weil der Stadt.
Autofahrer können in der Umgebung der S-Bahn Haltestelle Weil der Stadt parken.

Mittagessen gegen 13:00 Uhr
im Gasthof Engel in Dätzingen

Nach dem Mittagessen wandern wir noch 6 km weiter nach über den Venusberg nach Aidlingen.

Rückkehr
Ankunft in Stuttgart gegen 18.00 Uhr

Infos am Wandertag unter der Handy-Nummer 01 74 / 33 50 714
Fahrtkosten: ca. 5,- EUR

03.11.2009

"HAYMATLOZ" in Esslingen

"HAYMATLOZ" stand in großen Buchstaben in den Pässen der jüdischen Flüchtlinge, die während des 2. Weltkriegs Zuflucht in der Türkei fanden. In Deutschland ist es weitgehend unbekannt, dass die Türkei nach 1933 ein wichtiges Exilland für deutsche Wissenschaftler, Politiker und Künstler, aber auch für Ärzte, Lehrer und Handwerker war. Ebenso überraschend ist für viele, dass gerade diese Menschen einen beachtlichen Beitrag zur Entwicklung der noch jungen Republik geleistet haben. Die Ausstellung dokumentiert anhand von Fotografien und Zitaten die Lebenswege deutschsprachiger Emigranten in der Türkei. Auch die Familie von Edzard Reuter gehörte zu den Exilanten. Sie lebte elf Jahre in Ankara, bis 1946 eine Rückkehr nach Deutschland möglich war.

HAYMATLOZ wurde 1998 zunächst in Istanbul und ab 2000 in erweiterter Form in vielen Städten Deutschlands gezeigt. Das Aktive Museum Berlin hat die Ausstellung 2008 neu gestaltet. Sie wird in dieser Form nach Hamburg und Berlin nun erstmals im süddeutschen Raum von der Volkshochschule und dem Verein Türkische Kultur in Esslingen gezeigt...

Die Ausstellung kann in der Zeit vom 20.11.2009 - 22.01.2010 täglich von 8-18 Uhr in Esslingen in der vhs im Dick im 1. Stock besichtigt werden.

19.10.2009

ROCKàTURCA II

EATA Baden-Württemberg und das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart präsentieren am Samstag, den 31. Oktober 2009, um 20 Uhr (Einlass 19:30 Uhr) ROCKàTURCA II, das zweite Stuttgarter TürkRock-Festival. Im Club Zentral (Hohe Straße 9, Stuttgart-Mitte) bieten die Bands Kent Coda und X-TANBUL dem Publikum einen rockig-anatolischen Abend, den man nicht verpassen sollte.

Kent Coda
Indie-Rock mit türkischen Texten aus Deutschland - damit zeichnen sich die Kölner Jungs von Kent Coda aus. Das türkisch-österreichisch-deutsche Gespann verbindet die Liebe zum melodischen Rock mit Indie-Einflüssen. Angst vor dem Wort Pop haben sie dabei nicht. Die Texte schöpfen aus dem Leben: geplatzte Träume, Zukunftsangst, aber auch Liebe und Hoffnung. Kent Coda hat sich durch Supports von Türkrock-Größen wie Mor ve Ötesi und Duman eine beachtliche deutsch-türkische Fangemeinde erspielt.
www.kentcoda.com

X-TANBUL
Die Stuttgarter haben ihren Sound im immer populärer werdenden TürkRock gefunden und schmeißen noch eine ordentliche Portion türkischen Ska & Pop dazu. X-TANBUL wurde 2003 gegründet und hat die Klänge des Bosporus mit westlichem Flair nach Deutschland gebracht. Seitdem sind sie in der Stuttgarter Umgebung und in vielen anderen Städten in Bars, auf Partys und bei Kulturveranstaltungen vertreten und sorgen für einen unvergesslichen Abend.
www.x-tanbul.de

16.10.2009

stuttgartnacht im Europahaus

Erstmals beteiligen sich das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart und das Europazentrum morgen (Samstag, 17.10.2009) an der stuttgartnacht. In unserer Geschäftsstelle im Europahaus in der Nadlerstraße 4 erwarten die Besucher Musik, Lesungen und Comedy. Mit dabei sind Stuttgart Halk Müzigi Toplulugu, X-TANBUL, grup-LiMAN, Ruhsar Gümüsdal Aydogan, Sibylle Thelen, Nilgün Tasman, YavGenius & OC und DJ Ben Dancin'.

Mehr Informationen zum Programm im Blog-Eintrag vom 13.09.

13.10.2009

Festschrift zum Jubiläum erschienen

Zum zehnjährigen Bestehen des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart (DTF) ist eine Festschrift erschienen. Das DTF konnte in den vergangenen zehn Jahren einzigartige Initiativen zum besseren wechselseitigen Verständnis zwischen deutschen und türkischstämmigen Bürgern ergriffen und zur kulturellen Integration der türkischen Zuwanderer in der Region Stuttgart beigetragen. Wie vielseitig, phantasievoll und engagiert diese Beiträge in all den Jahren gestaltet wurden, zeigt die Festschrift mit Jahresüberblicken und Berichten über die jeweils besten Veranstaltungen und Programme.

Die DTF-Festschrift ist gegen eine Spende als Druckkostenzuschuss über die Geschäftsstelle (Tel. 0711/2484441, E-Mail: info@dtf-stuttgart.de) zu beziehen.

Für das Inhaltsverzeichnis bitte auf das unten stehende Bild klicken...

06.10.2009

Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart vergibt Manfred-Rommel-Preis

Aus Anlass seines zehnjährigen Bestehens hat das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart e.V. (DTF) bei einem Festakt im Neuen Schloss am Freitagabend (02.10.2009) erstmals den Manfred-Rommel-Preis verliehen, der nach dem Ehrenvorsitzenden des Vereins und früheren Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt benannt ist. Preisträger sind der ehemalige Daimler-Benz-Vorsitzende Edzard Reuter, Cahide Erinkurt vom Frauenverein Markgröningen sowie Mustafa Çetin Akçı, Yıldız Parlak und Nihal Orpac von der AWO-Begegnungsstätte am Ostendplatz.

Mit dem Manfred-Rommel-Preis zeichnet das DTF beispielgebende Projekte aus, die das gegenseitige Verständnis, die gute Nachbarschaft und die Zusammenarbeit von deutschen und türkischen Bürgern nachhaltig gefördert haben. Auch Initiativen und Persönlichkeiten, die sich um die kulturelle, wirtschaftliche und staatsbürgerliche Integration von Zuwandererfamilien verdient gemacht haben, können ausgezeichnet werden. Die vierköpfige Jury hat unter insgesamt 19 Bewerbern entschieden, einen Ehrenpreis und zwei mit jeweils 1.500 EUR dotierte Preise zu vergeben.

Staatssekretär Hubert Wicker und Bürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann übergaben die Urkunden sowie die Preisstatuetten. Die metallenen Figuren wurden von der Istanbuler Künstlerin Güneş Çınar entworfen und sind dem "Stuttgarter Rössle" nachempfunden.

Der Ehrenpreis geht an den ehemaligen Daimler-Benz-Vorsitzenden Edzard Reuter. In der Begründung der Jury heißt es: "Edzard Reuter hat sich als Bürger, Unternehmensführer, Publizist und Stifter über Jahrzehnte hinweg für gute deutsch-türkische Beziehungen und für die Integration der nach Deutschland eingewanderten türkischen Mitbürger eingesetzt. Auf seine Initiative hin wurde das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart gegründet. Durch seine Kindheitsjahre in der Emigration mit der türkischen Kultur eng vertraut, ließ er sich stets von der Überzeugung leiten, dass beide Kulturen sich auf vielfältige Weise gegenseitig befruchten können, bei wechselseitigem Interesse, Verständnis und Respekt."

Ein dotierter Preis wird an die Markgröningerin Cahide Erinkurt vergeben. Die Jury begründet: "Cahide Erinkurt, die mit sechs Jahren als Kind türkischer Gastarbeiter nach Deutschland kam, hat nicht nur aus eigener Kraft einen außergewöhnlichen Schul- und Berufsweg genommen, sondern sich neben ihrer Familie auf vorbildliche Weise für das Wohl anderer Menschen in ihrer Gemeinde eingesetzt. Mit ehrenamtlichen Nachhilfeunterricht für viele Kinder als "Abla", bei ihrer Initiative zur Gründung des türkischen Frauenvereins in Markgröningen und durch ihr aktives Engagement auch in anderen Vereinen und Projekten hat sie außergewöhnlichen deutsch-türkischen Bürgersinn bewiesen und auf beispielgebende Weise zur Integration türkischer Familien beigetragen."

Einen weiteren dotierten Preis verleiht das DTF an Mustafa Çetin Akçı, Yıldız Parlak und Nihal Orpac vom Programm "Älter werden in der Fremde" der AWO-Begegnungsstätte am Ostendplatz. In der Begründung heißt es: "Mustafa Çetin Akçı, Yıldız Parlak und Nihal Orpac engagieren sich seit vielen Jahren auf vorbildliche Weise in dem von der Begegnungsstätte Ostendplatz der Arbeiterwohlfahrt in Stuttgart unter Leitung von Ilona Gloning angebotenen Programm "Älter werden in der Fremde". Mit ihrem vielseitigen ehrenamtlichen Angebot für ältere Zuwanderer beweisen sie nicht nur soziale Initiative und deutsch-türkischen Bürgersinn, sondern sorgen auch auf beispielgebende Weise dafür, dass viele Menschen im Alter Gemeinschaft und heimatliche Verbundenheit erfahren."

Die Laudationes auf die Preisträger hielten die DTF-Kuratoren Dr. Mehmet Varlık, Ingrid Walz und Nejdet Niflioğlu.

04.10.2009

So eine große Schwester müsste man haben!

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des DTF Stuttgart berichtet die Stuttgarter Zeitung in ihrer Wochenendbeilage vom 2. Oktober 2009 über einige Teilnehmer unserer Bildungsprogramme.


So eine große Schwester müsste man haben!

Erfolgreiche junge Leute aus Migrantenfamilien engagieren sich als Mentoren für deutschtürkische Grund- und Hauptschüler. Für ihre Schützlinge sind sie nicht nur willkommene Helfer, sondern auch Vorbilder. Unser Fotograf Gottfried Stoppel stellt fünf von ihnen vor.

Eine große Schwester, die einem Mut macht, die bei den Hausis hilft, die mit einem zur Bücherei oder zum Eis essen geht - so eine Abla, wie man im Türkischen respektvoll sagt, müsste man haben! Zeynep Akpinar, 28, Studentin an der PH Ludwigsburg, ist eine solche Abla. Sie betreut zwei Drittklässlerinnen an der Rosenschule. Einmal die Woche trifft sie sich mit den Mädchen, beugt sich - wie wir auf dem großen Foto sehen - mal mit Esra, mal mit Aylin über die Schulhefte. "Ich weiß, welche Schwierigkeiten Kinder aus Migrantenfamilien haben", sagt Akpinar.

Auch Emin Tuna, 25, der aufs Abendgymnasium geht und sein Hobby, die Fliegerei, zum Beruf machen will, engagiert sich für Kinder aus türkischen Einwandererfamilien. Er hat für einen Schüler die Rolle des großen Bruders übernommen. "Hätte ich auch so einen 'Agabey' gehabt, hätte es bei mir vielleicht früher gefunkt", sagt der junge Mann. "Ich weiß, was es heißt, auf andere angewiesen zu sein, weil die eigenen Eltern nicht so gut Deutsch können." Stolz berichtet Tuna, dass sein Schützling bereits schöne Erfolge einfährt: Einmal brachte er in Mathe sogar die beste Arbeit der ganzen Klasse nach Hause.

Solche Geschichten lassen sich vom Agabey- und Abla-Programm des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart berichten, das an diesem Wochenende sein ZehnJahre-Jubiläum feiert. Nicht nur die Geschichten der Schüler erzählen von Erfolgen, sondern auch die Geschichten ihrer Mentoren und der jungen Mitstreiter des Forums. Da ist Esra Yeni, 19, die gerade in der Kerschensteinerschule die Abitursklasse und zugleich eine Ausbildung zur Chemisch-Technischen Assistentin absolviert - sie will aber auch Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen. Da ist Deniz Herkert, 19, der Lehrer werden möchte - für ihn bedeutet gesellschaftspolitisches Engagement keineswegs nur, zur Wahl zu gehen. Und da ist Banu Dilek Turmus, 19, die nicht nur in der türkischen Tanzgruppe "Eurasian Artists" begeistert ihre Talente entfaltet, sondern auch beim Lernen - die Gymnasiastin strebt ein Studium an, das Wirtschaft und Technik verbindet. Nebenbei, in der Freizeit, hilft sie dem Drittklässler Onur. "Es ist wichtig", sagt die ehrenamtliche Abla, "den Kindern Vorbild zu sein." th