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15.12.2011

Stadt Stuttgart verleiht Ehrenplaketten an Bedi Avci und Milena Renkl-Ristovic

Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster hat gestern Abend in einem Festakt im Rahmen des jährlichen Bürgerempfangs das langjährige Engagement um das Gemeinwohl von Milena Renkl-Ristovic und Bedi Avci (posthum) mit der Stuttgarter Ehrenplakette ausgezeichnet. Beide Geehrten haben sich herausragend um die Integration und Weiterbildung von Migranten verdient gemacht.

"Bürgerschaftliches Engagement ist ein wichtiger Grundstein für ein gutes gesellschaftliches Miteinander und für den Ausgleich von Nachteilen, auch in der Bildung. Mein Dank gilt den vielen Freiwilligen, die helfen, Stuttgart zu einer lebendigen, weltoffenen und toleranten Stadt zu machen", sagte Schuster bei seiner Ansprache.

Milena Renkl-Ristovic kam 1954 aus dem serbischen Belgrad nach Deutschland und nahm 1964 die deutsche Staatsbürgerschaft an. Seit ihrem Zuzug nach Stuttgart 1975 engagierte sie sich mit viel Herzblut für das Thema Integration, mit dem besonderen Augenmerk auf Kinder. Inzwischen ist sie - auch durch ihre berufliche Tätigkeit bei der Berufs- und Studienberatung und als Dolmetscherin - zur Ansprechpartnerin für viele Migranten geworden. Besonders in den Schulen holen sich zahlreiche Eltern Rat bei ihr.

Sie wirkte bei der Gründung des Forums der Kulturen mit und engagierte sich dort zwölf Jahre lang. An der Realschule Ostheim nahm sie an der Initiative "Startklar", einem Mentorenprogramm von Senioren für Jugendliche, teil. Dabei übte die Mentorin mit den Jugendlichen in Rollenspielen Bewerbungsgespräche ein. Für das städtische Sprachprogramm " Mama lernt Deutsch" warb sie in den Kindergärten im Stadtbezirk Ost persönlich mit Faltblättern und in vielen Gesprächen mit Müttern. Seit 2007 ist die rüstige Seniorin beratendes Mitglied im Bezirksbeirat Ost.

Bedi Avci wird posthum mit der Ehrenplakette ausgezeichnet. Er kam aus der Türkei ebenfalls 1975 nach Stuttgart und machte sich hier 1992 selbstständig. Von Anfang an engagierte er sich für seine türkischen Landsleute. Mit Kollegen etablierte er den Türkischen Arbeitnehmerverein in Stuttgart und Umgebung e.V. und arbeitete dort bis 1996 im Vorstand. Der Verein hilft bei Fragen des Ausländer-, Aufenthalts- und Arbeitsrechts und unterstützt seine Mitglieder mit Deutschkursen, organisiert aber auch zahlreiche Aktivitäten im kulturellen und politischen Bereich.

1997 gründete Avci den Verband der demokratischen Unternehmer in Baden-Würtemberg e.V., den ersten türkischen Unternehmerbund im Land, und führte den Vorsitz bis zum Februar 2011. Wichtig war dem Unternehmer die gesellschaftliche und soziale Verantwortung seines Berufsstandes. Eine Schwerpunktarbeit des Verbandes ist die Weiterbildung und Qualifizierung der Mitglieder. So konnten beispielsweise in einem Projekt zusammen mit der IHK Stuttgart viele türkische Köche einen Gesellenbrief erwerben.

2004 erfüllte sich der Visionär einen Traum und übernahm die Räumlichkeiten des ehemaligen Theaterhauses in Wangen. Nach der Sanierung eröffnete er als Inhaber und Geschäftsführer das Kulturhaus Arena, das er als Forum für den Dialog und die Vielfalt der Kulturen in Stuttgart einrichtete. Von 2006 bis 2009 war er außerdem sachkundiges Mitglied im Internationalen Ausschuss des Gemeinderats. Bedi Avci verstarb im September dieses Jahres.

29.09.2011

Ulrich Bopp erhält Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Der Vorstandsvorsitzende des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart, Dr. Ulrich Bopp, wurde von Bundespräsident Christian Wulff für seine herausragenden Verdienste um die Stiftungskultur und um das Ansehen Deutschlands im Ausland mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

"Dr. Ulrich Bopp hat die Stiftungskultur in unserem Land gefördert und geprägt. Wo er gewirkt hat, hat er Spuren hinterlassen. Persönlich Verantwortung übernehmen und aktiv die Gesellschaft mitgestalten, dafür steht er seit Jahrzehnten", sagte Staatssekretär Klaus-Peter Murawski anlässlich der Überreichung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart.

In herausragender Weise stehe Dr. Bopp für den interkulturellen Dialog in Baden-Württemberg. Er sei von der Idee eines gemeinsamen Europas begeistert gewesen und gehöre zur ersten Gruppe junger Deutscher, die an der französischen Eliteschule ENA in Paris studieren konnten, so Staatssekretär Murawski. Nach 18 Jahren im Landesdienst wurde er zum Geschäftsführer der im In- und Ausland hoch angesehenen Robert Bosch Stiftung in Stuttgart ernannt. "Sein Wirken innerhalb der Stiftung gab den Anstoß zu vielen beispielhaften Projekten und Initiativen. Völkerverständigung, der kulturelle Austausch zwischen den Nationen, die Einhaltung der Menschrechte und die Integration von Einwanderern waren zentrale Themen", erklärte der Staatssekretär. Besondere Akzente habe er in der Beziehungspflege zu den französischen Nachbarn und den Ländern im Osten Europas setzen können. "Nach dem Mauerfall hat Dr. Ulrich Bopp sich aber ebenso engagiert für das Zusammenwachsen Deutschlands eingesetzt", unterstrich Murawski.

Viele Institutionen hätten von den Erfahrungen von Dr. Ulrich Bopp profitiert. Dazu gehörten unter anderem das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart, die Bürgerstiftung Stuttgart und der Freundeskreis für das Literaturhaus Stuttgart. Als stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen initiierte Dr. Bopp die "Grundsätze guter Stiftungspraxis", die einen Orientierungsrahmen für ein ethisch fundiertes und professionelles Stiftungshandeln bildeten.

Auch habe er einen hohen persönlichen Anteil daran, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland verbessert wurden. "Mit großem Engagement hat er in seiner Amtszeit viel Überzeugungsarbeit geleistet und damit zahlreiche Menschen animiert, sich selbst an Stiftungsarbeit zu beteiligen", betonte der Staatssekretär im Staatsministerium.

Darüber hinaus gehörte er dem Vorstand der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" an und brachte dort seine reiche Erfahrung ein "Dr. Bopp hat für diese Stiftung Beeindruckendes geleistet. Dennoch verstand er sich immer als bescheidener Diener der Stifter aus Wirtschaft und Staat", sagte Murawski. Es sei auch sein Verdienst, dass aus Mitteln der Stiftung heute internationale Förderprogramme für junge Menschen finanziert würden, die dem Ziel der Verständigung, Versöhnung und Zusammenarbeit in Europa dienen würden. "Mit der Überreichung des Großen Verdienstkreuzes bedankt sich die Bundesrepublik Deutschland für Ihre herausragenden Verdienste um die Stiftungskultur in unserem Land und Ihre Verdienste um das Ansehen Deutschlands im Ausland", erklärte Staatssekretär Murawski.

Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg

23.08.2011

US-Generalkonsul trifft junge Engagierte im DTF

Der Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Frankfurt, Edward M. Alford, traf sich am 16. August 2011 mit dem DTF-Jugendforum, um dessen Projekte kennenzulernen und sich einen Eindruck vom Thema Integration zu verschaffen. Seitens des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart waren neben dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Ulrich Bopp, dem Geschäftsführer Kerim Arpad sowie dem Jugendforums-Sprecher Deniz Herkert auch zahlreiche Mitglieder des Jugendforums sowie Teilnehmer des Stipendien- und Mentorenprogramms "Ağabey-Abla" anwesend.

Generalkonsul Alford interessierte sich insbesondere für Fragen der politischen und gesellschaftlichen Partizipation junger Menschen, der Optionspflicht im Staatsbürgerschaftsrecht und welche Werte Menschen in Deutschland gemeinsam teilen. Er betonte, wie wichtig das Thema Integration in Zeiten der Abwanderung von qualifizierten Fachkräften sei und stellte heraus, was für eine bedeutende Rolle dieses Thema auch in Bezug auf den demographischen Wandel einnehme.

Neben Fragen rund um das Thema Integration wurden auch die Rolle von Migranten und die Frage der Religion in den Vereinigten Staaten von Amerika angesprochen. Generalkonsul Alford legte besonderen Wert darauf, die individuellen Ansichten jedes einzelnen Jugendlichen kennenzulernen. Die Jugendlichen hatten aufgrund der aufgeschlossenen und interessierten Haltung des Generalkonsuls kein Problem damit, ihre Ansichten zu schildern und ließen sogar Einblicke in persönlichen Erfahrungen zu.

Der Besuch des amerikanischen Generalkonsuls beim DTF zeigt, wie schon der Besuch des amerikanischen Botschafters im vergangenen Jahr, das wachsende internationale Interesse, das den Zielen und der Arbeit des Forums entgegengebracht wird. Besondere Aufmerksamkeit fanden dabei stets die auf dem freiwilligen Engagement junger Leute beruhenden Bildungsinitiatven des DTF, welche seit drei Jahren mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung auf den Weg gebracht werden konnten. Über die Ernst-Reuter-Initiatve der Außenministerien Deutschlands und der Türkei wird das "Ağabey-Abla"-Programm zudem im Rahmen der deutsch-türkischen Kulturbeziehungen als vorbildlich gewürdigt.

07.05.2011

12. SWR-Medienforum Migration am 17. Mai

Beim diesjährigen "12. Medienforum Migration" des Südwestrundfunks geht es unter anderem um 50 Jahre Anwerbeabkommen Deutschland-Türkei, um die Folgen der Sarrazin-Debatte für die Integration in Deutschland sowie um die aktuelle Entwicklung in der europäischen Zuwanderungs- und Flüchtlingspolitik nach den Ereignissen in Ländern der arabischen Welt sowie in Japan. Das "Medienforum Migration" ist seit über 20 Jahren eine der führenden Fachtagungen zum Thema Migration und Medien.

Kooperationspartner des "Medienforums" sind die ARD.ZDF Medienakademie, das Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart, die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen und das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen. Die Veranstaltung findet am 17. Mai im SWR-Funkhaus in Stuttgart statt.

Beim "Medienforum" werden unter anderem die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Prof. Dr. Maria Böhmer, Dr. Hans Dietrich von Loeffelholz vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Daimler-Benz AG und DTF-Kurator Edzard Reuter sowie Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster sprechen. Beim Forum zum Thema "Türken am Pranger? – Die Folgen der Sarrazin-Debatte" sind auch der DTF-Geschäftsführer Kerim Arpad und die DTF-Stipendiatin Duygu Dirimese aus dem "Ağabey-Abla"-Programm auf dem Podium dabei.

Anmeldungen sind online möglich unter http://www.swr.de/international/de/medienforum/...

Programmflyer unter http://www.swr.de/international/de/medienforum/...

27.04.2011

Internetprojekt "Die Verantwortlichen" geht an der Start

Seit heute begleiten 150 engagierte Bürger aus ganz Deutschland ihre gemeinnützigen Initiativen mit einer Videokamera und stellen ihre Arbeit im Internet vor. Sie nehmen teil an dem Projekt "Die Verantwortlichen", das die Robert Bosch Stiftung zum 150. Geburtstag von Robert Bosch ins Leben gerufen hat. Es sind Menschen, die sich in besonderer Weise für andere einsetzen, die Initiative ergreifen, Ideen entwickeln, Zeit und Geld opfern und andere mitreißen.

Mit dabei ist auch der DTF-Geschäftsführer Kerim Arpad. Er wird in den kommenden Wochen die Kultur- und Bildungsprogramme des Deutsch-Türkischen Forums in kurzen Filmen vorstellen und möchte damit für gesellschaftliches Engagement werben.

Mehr zu der Kampagne auf der Internetseite www.verantwortung-unternehmen.org und im YouTube Channel www.youtube.com/DieVerantwortlichen

23.11.2010

Partizipation und Pluralismus - Wege erfolgreicher Integration

Partizipation und Pluralismus - Wege erfolgreicher Integration
Samstag, 4. Dezember 2010, 15.00-17.00 Uhr
Alte Kanzlei, Saal Merlot (Schillerplatz 5A, 70173 Stuttgart)

Das Buch "Deutschland schafft sich ab" von Thilo Sarazzin hat eine neue Debatte um die Integration von "Ausländern" ausgelöst, die teilweise stark populistische Züge angenommen hat. Die verallgemeinerten Vorwürfe der Bildungsresistenz und des Sozialschmarotzertums treffen nur auf wenige zu. Denn die Gesamtsituation sieht anders aus: In Deutschland leben heute fast 16 Millionen Zuwanderer und Menschen mit Migrationshintergrund, viele bereits in der dritten oder vierten Generation. Sie führen ca. 600.000 Betriebe in Deutschland und beschäftigen etwa zweieinhalb Millionen Menschen. Es gibt also viele erfolgreiche Integrationsgeschichten. Aber es gibt auch Integrationsprobleme, vor denen die Gesellschaft die Augen nicht verschließen darf.

In der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung soll nach den Hintergründen und Rahmenbedingungen erfolgreicher Integration gefragt werden, da diese Beispiele zeigen, wie Integrationsprobleme angegangen werden können und was alle Beteiligten und die Politik hierzu leisten können.

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Programm und Anmeldung unter http://www.la.fnst-freiheit.org/uploads/472/856/101204_RMS_Partizipation_und_Pluralismus_S_mit.pdf

Veranstalter:
Friedrich-Naumann-Stiftung/Reinhold-Maier-Stiftung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart

16.11.2010

50 Jahre Anwerbeabkommen mit Griechenland und Spanien - 50 Jahre Stuttgarter Stadtgeschichte

Der Planungsstab Stadtmuseum zeigt vom 16. November bis zum 28. Dezember im dritten Obergeschoss des Stuttgarter Rathauses die Ausstellung "Liebe auf den zweiten Blick".

Als am 29. und 30. März 1960 die beiden Anwerbeabkommen mit Griechenland und Spanien unterschrieben wurden, war vermutlich niemandem klar, wie sehr diese Verträge die Stadt und die Gesellschaft verändern würden. Heute, 50 Jahre danach, nimmt man diese Veränderungen kaum mehr wahr, sie sind Alltag geworden. Für die Menschen, die aus Griechenland oder Spanien nach Stuttgart kamen, war Stuttgart oft eine Liebe auf den zweiten Blick - das wurde in den vielen Interviews deutlich, die zur Vorbereitung der Ausstellung geführt wurden. Migrationsgeschichte ist Stadtgeschichte. Wer das heutige Stuttgart verstehen will, muss die Geschichte aller Menschen erzählen, die in dieser Stadt leben.

Es sind Geschichten vom Abschied, Stadtgeschichten, die in Petrota oder Cadiz beginnen. Es sind Geschichten vom Aufbruch und Ankommen, von Arbeit, Liebe, Fehlschlägen und Erfolgen. Unter dem Titel "Liebe auf den zweiten Blick" präsentiert die Ausstellung 50 Jahre Stadtgeschichte unter Perspektiven, die einen zweiten Blick wert sind: Was wurde aus den Spaniern und Griechen, die nach Stuttgart kamen? Wurden sie zu Stuttgartern? Und wie griechisch und spanisch wurde Stuttgart? Hinter den bekannten Bildern der "Gastarbeiter" zeigt die Ausstellung, wie sich die Bevölkerung Stuttgarts in kürzester Zeit grundlegend veränderte.

Die Sonderausstellung macht einen wichtigen Arbeitsbereich des künftigen Stadtmuseums im Wilhelmspalais sichtbar: Die Migrationsgeschichte Stuttgarts ist ein integraler und selbstverständlicher Aspekt der Stadtgeschichte. Um die Geschichten der Migranten für die Zukunft zu sichern und sie dauerhaft in die Stadtgeschichte einzuschreiben, legt das Stadtmuseum einen eigenen Sammlungsbereich zur Migrationsgeschichte an.

Führungen durch die Ausstellung können gebucht werden unter Telefon 216-6191 oder E-Mail poststelle.stadtmuseum@stuttgart.de.

05.11.2010

Informationsveranstaltung zur Einbürgerung am 19. November 2010

Mit einer Informationsveranstaltung zu den Modalitäten zum Einbürgerungsverfahren will die Stadt Stuttgart im Rahmen der Einbürgerungskampagne: "PASS Auf, lass Dich einbürgern!" ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger motivieren den deutschen PASS zu beantragen. Die Veranstaltung findet am Freitag, den 19. November 2010, um 18:00 Uhr im Stuttgarter Rathaus statt.
  • Was sind die Voraussetzungen bzw. wer kann einen Antrag auf Einbürgerung stellen?
  • Welche Dokumente / Unterlagen sind notwendig?
  • In welchen Fällen ist eine doppelte Staatsbürgerschaft möglich?
  • Welche Rechte bzw. Vorteile hat man als deutscher Staatsbürger?
  • Wie funktionieren Einbürgerungstests?
  • Welche Deutschkenntnisse sind erforderlich?
Weitere Informationen zur Einbürgerung und zu der Informationsveranstaltung sind auf der Internetseite der Stadt Stuttgart unter http://www.stuttgart.de/einbuergerung abrufbar.

03.11.2010

Themenabend "Integration" im Merlin

Der Turkish Business Club Stuttgart, die Stuttgart Connection, das Kulturzentrum Merlin und der Stadtjugendring Stuttgart veranstalten am Mittwoch, den 17. November 2010 um 20:00 Uhr den Themenabend "Integration", in dem Integrationsängste und Ängste vor Parallelgesellschaften behandelt werden sollen. Auf dem Podium im Kulturzentrum Merlin (Augustenstraße 72, 70178 Stuttgart) sitzen die Landtagsabgeordneten Andrea Krueger (CDU) und Dr. Nils Schmid (SPD) sowie die Journalistin Sibylle Thelen, der DTF-Geschäftsführer Kerim Arpad, der Stuttgarter Integrationsbeauftragte Gari Pavkovic und die Rechtsanwältin Hülya Özen. Moderiert wird die Runde von Alper Oral vom Turkish Business Club.

Seit Thilo Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab" und seinen zahlreichen TV-Auftritten ist eine Diskussion über Integration von Migranten wie ein Flächenbrand entstanden. So sehr man auch Sarrazins Thesen zustimmen oder nicht zustimmen mag, ist das Thema Integration und Zuwanderung sehr wichtig. Umfrageergebnisse zeigen breite Zustimmung für Sarrazin. Jedoch zeigt dies auch, dass eine große Angst und Misstrauen gegenüber Migranten vorherrscht. Mit der Veranstaltung möchten die Veranstalter eine hilfreiche und konstruktive Diskussion für eine gemeinsame Zukunft von Migranten und Deutschen eröffnen.

14.09.2010

Gari Pavkovic: Das Staatsversagen - Warum Deutschland an der Integration scheiterte / Bündnis der Weggucker

Mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentlichen wir einen offenen Brief von Gari Pavkovic, dem Integrationsbeauftragten der Stadt Stuttgart, zur Integrationsdebatte nach Sarrazin.

Das Staatsversagen: Warum Deutschland an der Integration scheiterte / Bündnis der Weggucker

Man kann die pauschale Behauptung aufstellen, dass Integration von Einwanderern in Deutschland gescheitert sei und diese These mit selektiven Aussagen und Statistiken "belegen".

Man kann auch Sarrazins Meinung teilen, dass Türken/Muslime aufgrund ihrer Kultur oder Erbanlagen dümmer seien als Deutsche oder als andere "Völker" und dass sich daran trotz guter Bildungsangebote auch in 100 Jahren wenig ändern wird. In den USA, wo Muslime überwiegend Akademiker sind, haben einige Forscher behauptet, dass Schwarze genetisch dümmer seien als Weiße, weil diese insgesamt niedrigere Schulabschlüsse aufweisen. Jedes Land hat seine "Türken".

Genauso könnte jemand die pauschale Behauptung aufstellen, dass die Deutschen immer noch verkappte Anhänger einer völkischen Rassenideologie seien und seine These durch ausgewählte Praxisbeispiele von Neonazis beispielsweise aus neuen Bundesländern und durch einzelne als rassistisch auslegbare Aussagen eines Thilo Sarrazin und seiner vielen Fürsprecher "beweisen".

All diese Aussagen sind in ihrer Verallgemeinerung falsch. Sie werden auch nicht richtiger, wenn viele Menschen sie teilen.

In der Zwischenzeit lässt sich in einigen gesellschaftlichen Bereichen messen, inwieweit die Integration von Zugewanderten gelingt. Wenn aber einzelne Statistiken nur selektiv herangezogen werden, um vorgefasste Meinungen (Vorurteile) zu bestätigen, geht es nicht um eine objektive Bestandsaufnahme der Integration in unserem Land sondern um Stimmungsmache – in diesem Fall gezielt gegen einen Teil unserer Bevölkerung.

Man benötigt scheinbar ein konkretes Objekt für die Projektion der eigenen Ängste und somit gegen die Abwehr dieser Ängste vor Verlust und Abstieg in einer sich schnell verändernden Welt mit ihren Krisen. Diese Sündenbock-Rolle bekamen früher die Juden im Dritten Reich (und heute in vielen islamischen Ländern, aber auch in Osteuropa) oder die Farbigen in den USA. Das Prinzip ist immer das gleiche: uns geht es schlecht, und die Verantwortung dafür tragen andere (Juden als Ausbeuter und Weltverschwörer, "Neger" oder Roma als Kriminelle, türkische/muslimische Einwanderer als kulturfremde Sozialschmarotzer).

Lösungen für derart konstruierte Probleme erwartet man, indem man "den Bock zum Gärtner" macht – d.h. sich den Brandstifter als den vermeintlichen Retter des brennenden Hauses herbeisehnt.

Unsere zunehmend komplexe, postnationale und individualisierte Leistungsgesellschaft, in der man den erreichten Erfolg und Misserfolg seit Jahren hauptsächlich der Eigenverantwortung des Einzelnen zuschreibt, braucht wohl wieder mehr dramatische Inszenierungen mit personalisierten Tätern, Opfern und Rettern. "Wir sind Papst" und Mesut Özil ist unser Kicker – das war gestern.

Die breite mediale Promotion von Sarrazins Buch und von seinen prominenten islamophoben Sekundanten als Kommentatoren zur Lage der Nation könnte den Eindruck erwecken, dass in Deutschland künftig die Türken/Muslime für das "Staatsversagen" herhalten sollen. Gemeint sind türkeistämmige Einwanderer ebenso wie die Türken in der Türkei (die in unsere christlich-abendländische EU drängen) oder politische Islamisten weltweit. Zwischen den Muslimen hierzulande und in anderen Ländern wird dabei kaum unterschieden. Den Gegenpart zu diesen "Tätern" und uns allen als schweigenden Opfern bilden neue Helden wie Sarrazin, die zumindest laut sagen, was Sache ist.

Nun legt DER SPIEGEL nach. Nicht nur der Türke an sich ist das Problem, sondern diesmal auch der Staat bzw. seine Politiker - neben den linken politisch korrekten Gutmenschen und Multi-Kulti-Träumern zählen dazu neuerdings auch die konservativen Realitätsverweigerer der CDU. Sie alle werden von mutigen Patrioten wie Sarrazin & Co. (sprich: von BILD bis FOCUS und SPIEGEL) endlich gezwungen, die Missstände klar zu sehen und offen zu benennen. Nebenbei wird von den Medien beharrlich eine neue Partei rechts der CDU herbeigeredet/herbeigesehnt, die uns endlich Lösungen (Erlösung bzw. Rettung) bringen soll.

Ein Blick in viele Kommunen würde zeigen, dass es schon seit Jahrzehnten eine differenzierte Integrationspolitik mit vielen positiven Lösungsansätzen gibt. Und daneben gibt es nach wie vor große Probleme wie im Bereich der schulischen und beruflichen Ausbildung von jungen Menschen ausländischer Herkunft (und aus deutschen Arbeiterfamilien).

Obwohl Integration immer vor Ort beginnt und deren Erfolge und Misserfolge da auch am besten untersucht werden können, sind Kommunalpolitiker und –praktiker als Interviewpartner der Medien nicht gefragt - mit Ausnahme Heinz Buschkowskys, dessen Berliner Bezirk Neukölln als Negativbeispiel für ganz Deutschland herhalten muss. Im Übrigen ist auch die Situation in Neukölln trotz der dort vorhandenen Probleme, die Herr Buschkowsky seit Jahren im Klartext anspricht, besser als ihr Ruf. Aber darum geht es nicht. Hier soll eine Meinung mit renommierten "Kronzeugen der Anklage" aus dem bundespolitischen Medienzirkus als eine bisher unausgesprochene Wahrheit verkauft werden. Genauer gesagt geht es um zwei Meinungen: der Islam ist das Problem, und die politische Kaste ist unfähig dieses Problem zu lösen ("Staatsversagen"). Beide Behauptungen lassen sich ausgesprochen gut verkaufen: der Islam als der neue Blitzableiter für die sozialen Abstiegsängste der bürgerlichen Mittelschicht und das altbewährte Draufhauen auf die politisch Verantwortlichen, die wieder einmal ein wichtiges Thema ängstlich verwalten anstatt mutig und hart anzupacken und schnell zu lösen.

Viele europäische Länder wären froh, unsere Zustände in Sachen Integration zu haben, aber das ist eine andere Geschichte, die sich nicht gut verkaufen würde. Um bei den realen Integrationsproblemen hierzulande zu bleiben: in Sachen bessere Bildung von Migranten könnte Deutschland viel von skandinavischen Ländern oder von Kanada übernehmen, wenn sich die Einsicht durchsetzen würde, dass Selektion und Sanktion der sozial Schwächeren keine Erfolgsrezepte sind, wenn wir gute Bildungschancen für alle ermöglichen wollen.

Sarrazin bzw. seine Medienorgane sind in Sachen Demografie, Migration und Bildung keine Tabubrecher. Sie greifen die Megathemen der letzten zehn Jahre auf und verkürzen diese auf die Formel: Uns würde es besser gehen, wenn der Bevölkerungsanteil der Türken reduziert werden könnte oder wenn sich diese Morgenländer endlich anpassen würden.

Unbequeme Wahrheiten haben andere gesagt – die OECD beginnend mit der ersten PISA-Studie 2000, Migrations- und Bildungsforscher hierzulande wie Klaus Bade (jahrelang ignoriert), der frühere Innenminister Schäuble ("Islam ist ein Teil unseres Landes") sowie kommunale Spitzenpolitiker wie schon vor über 30 Jahren der Stuttgarter Alt-OB Manfred Rommel: "De facto ist die Bundesrepublik Deutschland zu einem Einwanderungsland geworden." (Zitat aus dem Jahre 1976!).

Städte und Gemeinden warten übrigens nicht, bis Bund und Länder Integrationspläne vorlegen und ein Thilo Sarrazin sie via BILD oder SPIEGEL belehrt, sondern entwickeln seit langem in vielen kleinen Schritten konkrete Integrationsmaßnahmen, ohne dabei die Probleme klein zu reden oder zu dramatisieren.

In den 50 Jahren seit der ersten Gastarbeiteranwerbung können wir auf eine insgesamt sehr positive wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung zurückblicken, wenn wir auf das heutige Einwanderungsland Deutschland differenziert im Alltag vor Ort blicken – und nicht wie derzeit nur von oben wie aus einem Weltraumsatelliten (mit punktuellem Heranzoomen von Sarrazins "Abschaffer-Deutschland" in Neukölln). Manches hätte man sicherlich schneller anders oder besser machen sollen. Nicht nur in Sachen Integration sondern auch in Bezug auf mehr Kinderfreundlichkeit und für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Kinder gelten als ein Kostenfaktor, kinderreiche Familien und Alleinerziehende haben trotz Transferleistungen ein erhöhtes Risiko zu verarmen. Und die unterdurchschnittliche Repräsentanz von Frauen in deutschen Vorstandsetagen hat nichts mit Genen der deutschen Frauen zu tun. Aber um bei den Migranten zu bleiben: die jahrzehntelange vorherrschende Einstellung der Politik und der Migranten selbst, Einwanderung als eine rein wirtschaftliche und nur vorübergehende win-win-Situation beider Seiten zu betrachten, war keine Grundlage für eine gute Integration. Beide Seiten haben sich von dieser Täuschung befreit, ohne in Enttäuschung und im Lamentieren über die Versäumnisse der Vergangenheit zu verharren. Integration hat trotz lange fehlender Integrationspolitik der Regierenden stattgefunden. Und einige Probleme sind geblieben, die es jetzt zu lösen gilt.

All die ungelösten Integrationsprobleme sind inzwischen längst bekannt und benannt, ausführlich im Nationalen Integrationsplan der Bundesregierung von 2006.
Der Nationale Integrationsplan der Kanzlerin und ihrer Integrationsbeauftragten gilt mit seinem Ansatz der Integration als gemeinsame Aufgabe aller gesellschaftlichen Akteure einschließlich der Migranten selbst und der Medien als ein Meilenstein und europaweit als vorbildlich. Seine Umsetzung kann trotzdem nicht über Nacht erfolgen. Gesagt ist nicht getan.

Gelungene Integrationsarbeit ist etwas für Wege- und Brückenbauer mit Ausdauer. Der aktuell neu aufgelegte Chorgesang der "Sarraziner" über die gescheiterte Integration ignoriert die Bemühungen von Tausenden haupt- und ehrenamtlich engagierten Menschen mit und ohne deutschen Pass. Schlimmer noch: dieses hysterische Herbeireden des Misserfolgs legt all den Menschen und Einrichtungen, die den Weg in eine bessere Zukunft Deutschlands als funktionierende Gesellschaft bauen, Steine vor die Füße.

Wir, die Integration tagtäglich vor Ort gestalten, brauchen keine dramatischen Klagelieder der neuen "Hingucker" sondern verantwortungsbewusste Bündnispartner für unsere Integrationsarbeit, die sich konkret für ein besseres Miteinander einsetzen. Auch in Sachen Integration und Bildung gilt das alte, oft bemühte Motto: es gibt nichts Gutes außer man tut es. Oder frei schwäbisch abgewandelt: Schwätzen über Integration kostet nichts, aber nur richtiges Schaffen dafür bringt uns allen Gewinn, und darauf kommt es an.

Gari Pavkovic
Stuttgart, 13.09.2010

06.09.2010

Symposium zur interkulturellen Ausrichtung kommunaler Kulturarbeit in Stuttgart

Der Initiativkreis Interkulturelle Stadt (IKIS), zu dessen Gründungsmitgliedern das DTF gehört, veranstaltet am Montag, 11. Oktober 2010 im Stuttgarter Rathaus ein Symposium zur interkulturellen Ausrichtung kommunaler Kulturarbeit in Stuttgart. Das Symposium richtet sich gezielt an die VertreterInnen der Stuttgarter Kultureinrichtungen und der Kulturpolitik und wird sich konkret und praxisnah mit der Frage der interkulturellen Ausrichtung im Kulturbereich befassen.

PROGRAMM

9:30-9:45
  • Eröffnung
    Bürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann
    Landeshauptstadt Stuttgart, Referat Kultur, Bildung und Sport
  • Einführung
    Rolf Graser und Svetlana Acevic, Forum der Kulturen Stuttgart
9:45-10:30
  • Zum Verständnis der Diversität einer Einwanderungsgesellschaft und zum Prinzip der interkulturellen Öffnung
    Andreas Freudenberg, Global Music Academy, Berlin (Früherer Leiter der Werkstatt der Kulturen, Berlin)
10:30-11:00
Kaffeepause

11:00-12:30
  • Coffee-Table-Gespräch: Interkultur in Stuttgart
    Anna Koktsidou im Gespräch mit Stuttgarter KulturakteurInnen:
    - Prof. Dr. Inés de Castro, Direktorin des Linden-Museums Stuttgart
    - Iris Dressler, Direktorin des Württembergischen Kunstvereins
    - Dagmar Mikasch-Köthner, Direktorin der Volkshochschule Stuttgart
    - Friedrich-Koh Dolge, Leiter der Stuttgarter Musikschule
    - Christian Lorenz, Intendant der Internationalen Bachakademie Stuttgart
    - Peter James, Leiter des Popbüros Region Stuttgart
    - Rüdiger Meyke, Kulturamt Stuttgart, Leiter der Abteilung Kulturförderung
    - Werner Schretzmeier, Leiter des Theaterhauses Stuttgart
    - Sebastian Weingarten, Intendant des Renitenztheaters Stuttgart

12:30-13:30
Mittagspause

13:30-14:30
Interkulturelle Öffnung: Eine Frage von Konzepten?

  • Wie sieht es auf der kommunalen Ebene aus?
    Sabine Schirra, Leiterin des Kulturamtes Mannheim
  • Wie sieht es auf der Einrichtungsebene aus?
    Ingrid Bussmann, Direktorin der Stadtbücherei Stuttgart

14:30-16:00
Drei parallele Arbeitsgruppen zur Frage der interkulturellen Öffnung in folgenden Bereichen:

  • Publikum
    Input: Tina Jerman, Exile-Kulturkoordination e. V., Essen
    Moderation: Marta Aparicio, Volkshochschule Stuttgart/Fachbereich international/interkulturell

  • Programm
    Input: Andreas Freudenberg, Global Music Academy, BerlinModeration: Kerim Arpad, Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart

  • Personal
    Input: Wulfhild Reich und Ömer Aykut, Jugendamt der Landeshauptstadt Stuttgart
    Moderation: Stefanie Ender/Gari Pavkovic, Stabsabteilung für Integrationspolitik der Stadt Stuttgart

16:00-16:15

Pause

16:15-17:00
Präsentation der Ergebnisse/Verabredungen

Gesamtmoderation: Anna Koktsidou, SWR International

Anmeldung zum Symposium ist ab sofort möglich unter: sonja.schulz@forum-der-kulturen.de

Der IKIS ist ein Zusammenschluss von Kultur- und Bildungsinstitutionen in Stuttgart, die den internationalen Kulturaustausch unterstützen und den interkulturellen Dialog fördern wollen. Mitglieder und Mitwirkende dieses Initiativkreises sind u. a. Stadtbücherei Stuttgart, Institut für Auslandsbeziehungen, das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart, Junges Ensemble Stuttgart, Volkshochschule, Staatstheater, Akademie Schloss Solitude, Staatsgalerie sowie das Kulturamt Stuttgart und der Integrationsbeauftragte der Stadt. Seit Mai 2008 wird dieser Kreis vom Forum der Kulturen Stuttgart koordiniert und befasst sich seitdem verstärkt mit Fragen interkultureller Öffnung und möglichen Strategien kommunaler Kulturarbeit in einer kulturell diversen Stadt.

10.05.2010

Netzwerk türkeistämmiger MandatsträgerInnen eröffnet Geschäftsstelle im Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart

Das parteiübergreifende und bundesweit aktive Netzwerk türkeistämmiger MandatsträgerInnen hat am Freitag, den 7. Mai 2010, seine Geschäftsstelle im Deutsch-Türkischen Forum (DTF) Stuttgart eröffnet.

Das Netzwerk türkeistämmiger MandatsträgerInnen ist ein Zusammenschluss von derzeit rund 80 Mitgliedern deutscher Kommunal- und Landesparlamente, des Bundestages und des Europäischen Parlaments, die oder deren Familien aus der Türkei stammen. Es versteht sich als ein Forum für den Erfahrungsaustausch über die Parteigrenzen hinweg und bezieht vor allem Position zu integrationspolitischen Fragen. Die Mitglieder entwickeln Vorschläge zur Verbesserung der Integration aller in der Bundesrepublik lebenden Migrantinnen und Migranten. Seine Arbeit sieht das Netzwerk auch als Möglichkeit, das Engagement von Mandatsträgern mit Migrationshintergrund stärker transparent zu machen und dadurch auch andere Zuwanderer zur politischen Partizipation in Deutschland zu motivieren.

Das Netzwerk wurde im Jahr 2004 von der Körber-Stiftung initiiert und seitdem unterstützt. Bei der Eröffnung der Geschäftsstelle wies Dr. Lothar Dittmer, Mitglied im Vorstand der Körber-Stiftung, darauf hin, dass die Stiftung den "politischen Sachverstand und die besondere Perspektive von Menschen mit eigener Zuwanderungsgeschichte für integrationspolitische Fragen, aber auch für andere Politikfelder nutzbar machen" wolle. "Wir möchten für die deutsche Mehrheitsgesellschaft sichtbar machen, dass es in allen politischen Lagern Abgeordnete nicht-deutscher Herkunft gibt, die sich in diesem Land politisch engagieren", so Dittmer weiter. Damit entstehen auch für "andere Zuwanderer positive Vorbilder als Motivation für die eigene politischer Beteiligung". Dittmer dankte dem DTF Stuttgart für die Ansiedlung der Geschäftsstelle und wünschte einen guten Start.

Ergun Can, Sprecher des Netzwerkes türkeistämmiger MandatsträgerInnen, zeigte sich erfreut, dass sich das Netzwerk seit 2004 so gut entwickelt hat. "Wir haben derzeit rund 80 Mitglieder. Mit der Ernennung von Aygül Özkan zur niedersächsischen Sozialministerin kam zum ersten Mal ein Netzwerkmitglied in ein deutsches Ministeramt. Mit der Eröffnung einer eigenen Geschäftsstelle in Stuttgart haben wir nun einen weiteren Meilenstein erreicht. Damit kann das Netzwerk seine Selbstorganisation erfolgreich weiter vorantreiben", so Can.

Für Kerim Arpad, den Geschäftsführer des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart, bietet sich durch die Ansiedlung der Geschäftsstelle die Möglichkeit, die "im Bildungsbereich und Kulturaustausch erzielten Erfahrungen nun auch auf der politischen Ebene besser nutzbar" zu machen. "Das DTF möchte die Begegnung und Zusammenarbeit zwischen Deutschen und in Deutschland lebenden Türken fördern", so Arpad. Um mehr Chancengleichheit der zweiten Generation in Bildung, Beruf und Gesellschaft zu erreichen, setzt das DTF auf ein vielseitiges bürgerschaftliches Engagement und eine nachhaltige politische Wirkung integrationspolitischer Angebote. Arpad sicherte zu, dass "das DTF das Netzwerk nicht nur praktisch in seiner Arbeit unterstützen wird, sondern gleichzeitig auch neue Impulse für die bundespolitische Integrationsdebatte und die politische Beteiligung von Migranten einbringen wird."

24.09.2009

Rafet El Roman, Mario Rispo und viele andere beim Bürgerfest am 3. Oktober auf dem Marktplatz

Aus Anlass seines 10-jährigen Bestehens veranstaltet das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart (DTF) am 3. Oktober (12-22 Uhr) ein Bürgerfest auf dem Stuttgarter Marktplatz. Auf der Bühne werden den ganzen Tag über zahlreiche deutsch-türkische Musik- und Tanzgruppen aus der Region Stuttgart auftreten: die Oriental Fusion Rockgruppe grup-LiMAN, die Multi-Kulti-Truppe Zeitlos, die Rockformation GACIPA, die Sängerin Ninel, der türkisch-singende Musiker Dirk Schweer und die Weltmusik-Gruppe genetic-project. Zum Höhepunkt des Abends stehen dann der Deutsch-Italiener Mario Rispo mit klassischen türkischen Liedern und der türkische Superstar Rafet El Roman auf der Bühne. Neben den Musikgruppen werden verschiedene Stuttgarter Tanz- und Folkloregruppen Tänze aus allen Regionen der Türkei vorstellen.

Auch sonst ist viel geboten auf dem Marktplatz: Türkische Gastronomen aus Stuttgart präsentieren auf einer kulinarischen Meile Spezialitäten und Leckereien aus der türkischen Küche. Für Jung und Alt gibt es Informations- und Mitmachangebote von Stuttgarter Kultur- und Bildungseinrichtungen. So wird der neue Bücherbus der Stadtbücherei Stuttgart dabei sein, vor dem Lesepaten vom Verein Leseohren türkische und deutsche Gedichte vorlesen. Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg wird über Landesgeschichte und –politik informieren. Des Weiteren beteiligen sich das Gemeinschaftserlebnis Sport und das Europazentrum Baden-Württemberg. Die Jubiläumsveranstaltung des DTF wird gefördert durch die Robert Bosch Stiftung. Der Eintritt ist frei.

Mit dem Deutsch-Türkischen Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit möchte das DTF nicht nur sein 10-jähriges Vereinsjubiläum feiern, sondern vor allem die Begegnung in Stuttgart lebender Deutscher, Türken und anderen Migranten fördern.

06.08.2009

Türkische Vorbilder sollen für Ausbildung werben

Die Integration von Migranten ist in hohem Maße von ihrer beruflichen Ausbildung abhängig. Zugleich ist seit Jahren bekannt, dass sich in Deutschland ein Fachkräftemangel abzeichnet, der zumindest in Teilen bereits spürbar ist und insgesamt wieder zu einem ernsthaften Problem wird, sobald die Wirtschaftskrise überwunden ist. Insbesondere Baden-Württemberg ist von diesem Fachkräftemangel betroffen.

Nun wurde am Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) ein vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg gefördertes Projekt gestartet, das gezielt die türkischsprachigen Familien ansprechen soll, damit Kinder und Jugendliche einen Schulabschluss erreichen und eine Berufsausbildung bzw. ein Hochschulstudium absolvieren.
In Zusammenarbeit mit dem Ihlas Media & Tradecenter bzw. dem TV-Sender TGRT-EU werden seit Juli 2009 eine Reihe von Interviews in türkischer Sprache mit deutschen Untertiteln ausgestrahlt.

Weitere Informationen und die Interviews zum Anschauen unter www.zkm.de/agacyasikenegilir/

09.07.2009

Stuttgarter Bündnis für Integration wird fortgeschrieben

Das "Stuttgarter Bündnis für Integration" wird für die Jahre 2010 bis 2011 fortgeschrieben. Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster präsentierte das Programm im Internationalen Ausschuss des Gemeinderates.

OB Schuster: "Integrationspolitik ist und bleibt Chefsache im Rathaus. Stuttgart macht seit Jahren gute Erfahrungen damit, die Herausforderung Integration ganzheitlich anzugehen und als Chance zu begreifen. Unser Bündnis für Integration ist beispielgebend für andere Städte. Das freut uns, trotzdem müssen wir unsere Arbeit natürlich weiterentwickeln."

"Wir haben manches unter die Lupe genommen und uns in besonderer Weise dem Thema Bildung zugewandt", so Schuster. Mit der Stuttgarter Bildungspartnerschaft steht die Integration durch Bildung auf einem neuen organisatorischen Fundament. Besonders im Blickfeld stehen die Übergänge zwischen den Bildungseinrichtungen - also von der Kindertageseinrichtung zur Grundschule, zur weiterführenden Schule, bis hin zum Berufseinstieg.

Das Thema Bildung ist auch dem Internationalen Ausschuss besonders wichtig. Das System selektiere immer noch zu stark nach Migrations- und sozialem Hintergrund der Schüler, resümierte Kerim Arpad, sachkundiges Mitglied im Internationalen Ausschuss, und lobte die Stuttgarter Bildungspartnerschaft als wichtigen Schritt.

Insgesamt zogen Arpad und seine Kollegin Anna Koktsidou eine positive Bilanz der Ausschussarbeit. "Wir haben Impulse gesetzt und zum Nachdenken angeregt", so Koktsidou. Neben der Bildung sieht sie noch Handlungsbedarf bei der politischen Partizipation von Migranten: Im neuen Gemeinderat sind sechs Stadträte mit Migrationshintergrund, bisher waren es zwei. Ein Erfolg, aber dabei solle es nicht bleiben, so Koktsidou, die im Vorfeld der Wahlen gemeinsam mit Arpad auf Veranstaltungen bei interessierten Parteien und Migrantenvereinen über das Thema informiert hat.

Stuttgarter Bündnis für Integration - Fortschreibung 2009 (PDF, 6.253 KB)

29.06.2009

DTF schreibt Manfred-Rommel-Preis aus

Das Kuratorium des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart e.V. stiftet anlässlich des 10jährigen Bestehens den Manfred-Rommel-Preis des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart.

Mit dem Preis sollen beispielgebende Initiativen und Projekte ausgezeichnet werden, die das gegenseitige Verständnis, die gute Nachbarschaft und die Zusammenarbeit von deutschen und türkischen Bürgerinnen und Bürgern wesentlich gefördert haben. Ausgezeichnet werden können auch Initiativen und Projekte, die sich um die kulturelle, wirtschaftliche und staatsbürgerliche Integration von Zuwandererfamilien insbesondere aus islamisch geprägten Ländern verdient gemacht haben. Der Preis kann auch an Persönlichkeiten oder Einrichtungen verliehen werden, die auf den genannten Gebieten Besonderes geleistet haben.

Bewerbungen und Vorschläge für den Manfred-Rommel-Preis 2009 können bis zum 21. August 2009 beim Deutsch-Türkischen Forum eingereicht werden. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der offiziellen Ausschreibung auf unserer Internetseite unter www.dtf-stuttgart.de . Dort finden Sie auch das Bewerbungsformular zum Download.

Der Manfred-Rommel-Preis wird erstmals im Rahmen eines Festaktes des Deutsch-Türkischen Forums aus Anlass seines 10-jährigen Bestehens am 2. Oktober 2009 verliehen.

Für Rückfragen steht Ihnen unsere Geschäftsstelle gerne zur Verfügung.

15.06.2009

Türken fühlen sich in Deutschland heimisch... aber nicht anerkannt!

Die meisten Zuwanderer fühlen sich in Deutschland heimisch und bringen dem deutschen Staat und seinen Institutionen großes Vertrauen entgegen. Zugleich fühlt sich fast die Hälfte von ihnen aber weniger anerkannt als Einheimische und ist überzeugt davon, dass Schüler aus Zuwandererfamilien benachteiligt werden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung, die vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt wurde. Die Studie, für die insgesamt 1.581 Menschen mit Migrationshintergrund befragt wurden, erlaubt erstmals auch Vergleiche von Einstellungen bestimmter Zuwanderergruppen. Dabei wird deutlich, dass sich türkischstämmige Menschen und Zuwanderer aus Russland weit weniger anerkannt fühlen als Menschen aus anderen Herkunftsländern.

Allensbach-Studie Zuwanderer in Deutschland (1.8 MB)

26.05.2009

Stärkt deutscher Patriotismus die Integration?

Am Donnerstag, den 04.06.2009, 18:00 Uhr, lädt der Stadtjugendring Murrhardt zusammen mit der Jungen Union Oberes Murrtal und dem Kreisjugendring Rems-Murr zur Podiumsdiskussion „Stärkt deutscher Patriotismus die Integration?“ ein. Veranstaltungsort ist die Stadthalle Murrhardt, Nägelestraße 25, 71540 Murrhardt.

Auf dem Podium:
  • Seyran Ateş, Frauenrechtlerin und Autorin, die sich als Rechtsanwältin in Berlin hauptsächlich mit Strafrecht und Familienrecht befasst und sich außerdem in der deutschen Ausländerpolitik engagiert.
  • Prof. em. Dr. Dr. h. c. Dieter Oberndörfer, Politikwissenschaftler, gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Freiburger Schule und als bedeutender Wahlforscher und Experte für Entwicklungshilfe, Nationalismus, Migration und Demografie.
  • Kerim Arpad, Geschäftsführer des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart, vermittelt zwischen der Kultur seines Vaters, der Türkei, und Deutschland und engagiert sich für die Integration und die Bildung ausländischer Mitbürger.
  • Daniel Mouratidis ist seit dem 12. November 2006 Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg.
  • Moderation: Christian Fahrenbach (dpa)

22.05.2009

Deutsch-Türkische Runde Tische für türkischstämmige Jugendliche

Das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart hat zu Jahresbeginn eine neue Veranstaltungsreihe gestartet, mit der wir die Diskussion über integrationspolitische Themen bereichern wollen. Gefördert von der Robert Bosch Stiftung laden wir türkischstämmige Jugendliche zu "Deutsch-Türkischen Runden Tischen" ein. Darin möchten wir die persönlichen Erfahrungen dieser Jugendlichen für den politischen und öffentlichen Diskurs konkret nutzbar machen. Gefragt sind deren Impulse und Meinungen zu verschiedenen Themen im deutsch-türkischen Kontext rund um Bildung, Heimat und Bürgergesellschaft.

Am ersten deutsch-türkischen Runden Tisch zum Thema "Aufstieg durch Bildung?!" haben sich am 20. Februar im Plenum im Landtag von Baden-Württemberg 16 Schüler verschiedener Schularten, Studierende und andere Jugendliche aus dem Stuttgarter Jugendrat sowie aus Migrantenvereinen beteiligt. Die Leiterin des Staatlichen Schulamts Stuttgart, Frau Ulrike Brittinger, führte die Jugendlichen in die Thematik ein. Mit ihr und vor allem untereinander wurde danach über die Bildungschancen von Migranten im deutschen Schulsystem und über die persönlichen Erfahrungen der Jugendlichen diskutiert.

Durch die Teilnahme an den Deutsch-Türkischen Runden Tischen möchten wir den Teilnehmern die Möglichkeit eröffnen, im Austausch mit anderen deutsch-türkischen Jugendlichen aus der Region Stuttgart ihr Bewusstsein zu vertiefen und Ihre Ideen einzubringen. Die weiteren Themen werden "Bürger sein / Staatsbürgerlich handeln", "Vaterland, Mutterland, Heimat" und "Von der Schule in den Beruf" sein.