14.09.2010

Gari Pavkovic: Das Staatsversagen - Warum Deutschland an der Integration scheiterte / Bündnis der Weggucker

Mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentlichen wir einen offenen Brief von Gari Pavkovic, dem Integrationsbeauftragten der Stadt Stuttgart, zur Integrationsdebatte nach Sarrazin.

Das Staatsversagen: Warum Deutschland an der Integration scheiterte / Bündnis der Weggucker

Man kann die pauschale Behauptung aufstellen, dass Integration von Einwanderern in Deutschland gescheitert sei und diese These mit selektiven Aussagen und Statistiken "belegen".

Man kann auch Sarrazins Meinung teilen, dass Türken/Muslime aufgrund ihrer Kultur oder Erbanlagen dümmer seien als Deutsche oder als andere "Völker" und dass sich daran trotz guter Bildungsangebote auch in 100 Jahren wenig ändern wird. In den USA, wo Muslime überwiegend Akademiker sind, haben einige Forscher behauptet, dass Schwarze genetisch dümmer seien als Weiße, weil diese insgesamt niedrigere Schulabschlüsse aufweisen. Jedes Land hat seine "Türken".

Genauso könnte jemand die pauschale Behauptung aufstellen, dass die Deutschen immer noch verkappte Anhänger einer völkischen Rassenideologie seien und seine These durch ausgewählte Praxisbeispiele von Neonazis beispielsweise aus neuen Bundesländern und durch einzelne als rassistisch auslegbare Aussagen eines Thilo Sarrazin und seiner vielen Fürsprecher "beweisen".

All diese Aussagen sind in ihrer Verallgemeinerung falsch. Sie werden auch nicht richtiger, wenn viele Menschen sie teilen.

In der Zwischenzeit lässt sich in einigen gesellschaftlichen Bereichen messen, inwieweit die Integration von Zugewanderten gelingt. Wenn aber einzelne Statistiken nur selektiv herangezogen werden, um vorgefasste Meinungen (Vorurteile) zu bestätigen, geht es nicht um eine objektive Bestandsaufnahme der Integration in unserem Land sondern um Stimmungsmache – in diesem Fall gezielt gegen einen Teil unserer Bevölkerung.

Man benötigt scheinbar ein konkretes Objekt für die Projektion der eigenen Ängste und somit gegen die Abwehr dieser Ängste vor Verlust und Abstieg in einer sich schnell verändernden Welt mit ihren Krisen. Diese Sündenbock-Rolle bekamen früher die Juden im Dritten Reich (und heute in vielen islamischen Ländern, aber auch in Osteuropa) oder die Farbigen in den USA. Das Prinzip ist immer das gleiche: uns geht es schlecht, und die Verantwortung dafür tragen andere (Juden als Ausbeuter und Weltverschwörer, "Neger" oder Roma als Kriminelle, türkische/muslimische Einwanderer als kulturfremde Sozialschmarotzer).

Lösungen für derart konstruierte Probleme erwartet man, indem man "den Bock zum Gärtner" macht – d.h. sich den Brandstifter als den vermeintlichen Retter des brennenden Hauses herbeisehnt.

Unsere zunehmend komplexe, postnationale und individualisierte Leistungsgesellschaft, in der man den erreichten Erfolg und Misserfolg seit Jahren hauptsächlich der Eigenverantwortung des Einzelnen zuschreibt, braucht wohl wieder mehr dramatische Inszenierungen mit personalisierten Tätern, Opfern und Rettern. "Wir sind Papst" und Mesut Özil ist unser Kicker – das war gestern.

Die breite mediale Promotion von Sarrazins Buch und von seinen prominenten islamophoben Sekundanten als Kommentatoren zur Lage der Nation könnte den Eindruck erwecken, dass in Deutschland künftig die Türken/Muslime für das "Staatsversagen" herhalten sollen. Gemeint sind türkeistämmige Einwanderer ebenso wie die Türken in der Türkei (die in unsere christlich-abendländische EU drängen) oder politische Islamisten weltweit. Zwischen den Muslimen hierzulande und in anderen Ländern wird dabei kaum unterschieden. Den Gegenpart zu diesen "Tätern" und uns allen als schweigenden Opfern bilden neue Helden wie Sarrazin, die zumindest laut sagen, was Sache ist.

Nun legt DER SPIEGEL nach. Nicht nur der Türke an sich ist das Problem, sondern diesmal auch der Staat bzw. seine Politiker - neben den linken politisch korrekten Gutmenschen und Multi-Kulti-Träumern zählen dazu neuerdings auch die konservativen Realitätsverweigerer der CDU. Sie alle werden von mutigen Patrioten wie Sarrazin & Co. (sprich: von BILD bis FOCUS und SPIEGEL) endlich gezwungen, die Missstände klar zu sehen und offen zu benennen. Nebenbei wird von den Medien beharrlich eine neue Partei rechts der CDU herbeigeredet/herbeigesehnt, die uns endlich Lösungen (Erlösung bzw. Rettung) bringen soll.

Ein Blick in viele Kommunen würde zeigen, dass es schon seit Jahrzehnten eine differenzierte Integrationspolitik mit vielen positiven Lösungsansätzen gibt. Und daneben gibt es nach wie vor große Probleme wie im Bereich der schulischen und beruflichen Ausbildung von jungen Menschen ausländischer Herkunft (und aus deutschen Arbeiterfamilien).

Obwohl Integration immer vor Ort beginnt und deren Erfolge und Misserfolge da auch am besten untersucht werden können, sind Kommunalpolitiker und –praktiker als Interviewpartner der Medien nicht gefragt - mit Ausnahme Heinz Buschkowskys, dessen Berliner Bezirk Neukölln als Negativbeispiel für ganz Deutschland herhalten muss. Im Übrigen ist auch die Situation in Neukölln trotz der dort vorhandenen Probleme, die Herr Buschkowsky seit Jahren im Klartext anspricht, besser als ihr Ruf. Aber darum geht es nicht. Hier soll eine Meinung mit renommierten "Kronzeugen der Anklage" aus dem bundespolitischen Medienzirkus als eine bisher unausgesprochene Wahrheit verkauft werden. Genauer gesagt geht es um zwei Meinungen: der Islam ist das Problem, und die politische Kaste ist unfähig dieses Problem zu lösen ("Staatsversagen"). Beide Behauptungen lassen sich ausgesprochen gut verkaufen: der Islam als der neue Blitzableiter für die sozialen Abstiegsängste der bürgerlichen Mittelschicht und das altbewährte Draufhauen auf die politisch Verantwortlichen, die wieder einmal ein wichtiges Thema ängstlich verwalten anstatt mutig und hart anzupacken und schnell zu lösen.

Viele europäische Länder wären froh, unsere Zustände in Sachen Integration zu haben, aber das ist eine andere Geschichte, die sich nicht gut verkaufen würde. Um bei den realen Integrationsproblemen hierzulande zu bleiben: in Sachen bessere Bildung von Migranten könnte Deutschland viel von skandinavischen Ländern oder von Kanada übernehmen, wenn sich die Einsicht durchsetzen würde, dass Selektion und Sanktion der sozial Schwächeren keine Erfolgsrezepte sind, wenn wir gute Bildungschancen für alle ermöglichen wollen.

Sarrazin bzw. seine Medienorgane sind in Sachen Demografie, Migration und Bildung keine Tabubrecher. Sie greifen die Megathemen der letzten zehn Jahre auf und verkürzen diese auf die Formel: Uns würde es besser gehen, wenn der Bevölkerungsanteil der Türken reduziert werden könnte oder wenn sich diese Morgenländer endlich anpassen würden.

Unbequeme Wahrheiten haben andere gesagt – die OECD beginnend mit der ersten PISA-Studie 2000, Migrations- und Bildungsforscher hierzulande wie Klaus Bade (jahrelang ignoriert), der frühere Innenminister Schäuble ("Islam ist ein Teil unseres Landes") sowie kommunale Spitzenpolitiker wie schon vor über 30 Jahren der Stuttgarter Alt-OB Manfred Rommel: "De facto ist die Bundesrepublik Deutschland zu einem Einwanderungsland geworden." (Zitat aus dem Jahre 1976!).

Städte und Gemeinden warten übrigens nicht, bis Bund und Länder Integrationspläne vorlegen und ein Thilo Sarrazin sie via BILD oder SPIEGEL belehrt, sondern entwickeln seit langem in vielen kleinen Schritten konkrete Integrationsmaßnahmen, ohne dabei die Probleme klein zu reden oder zu dramatisieren.

In den 50 Jahren seit der ersten Gastarbeiteranwerbung können wir auf eine insgesamt sehr positive wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung zurückblicken, wenn wir auf das heutige Einwanderungsland Deutschland differenziert im Alltag vor Ort blicken – und nicht wie derzeit nur von oben wie aus einem Weltraumsatelliten (mit punktuellem Heranzoomen von Sarrazins "Abschaffer-Deutschland" in Neukölln). Manches hätte man sicherlich schneller anders oder besser machen sollen. Nicht nur in Sachen Integration sondern auch in Bezug auf mehr Kinderfreundlichkeit und für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Kinder gelten als ein Kostenfaktor, kinderreiche Familien und Alleinerziehende haben trotz Transferleistungen ein erhöhtes Risiko zu verarmen. Und die unterdurchschnittliche Repräsentanz von Frauen in deutschen Vorstandsetagen hat nichts mit Genen der deutschen Frauen zu tun. Aber um bei den Migranten zu bleiben: die jahrzehntelange vorherrschende Einstellung der Politik und der Migranten selbst, Einwanderung als eine rein wirtschaftliche und nur vorübergehende win-win-Situation beider Seiten zu betrachten, war keine Grundlage für eine gute Integration. Beide Seiten haben sich von dieser Täuschung befreit, ohne in Enttäuschung und im Lamentieren über die Versäumnisse der Vergangenheit zu verharren. Integration hat trotz lange fehlender Integrationspolitik der Regierenden stattgefunden. Und einige Probleme sind geblieben, die es jetzt zu lösen gilt.

All die ungelösten Integrationsprobleme sind inzwischen längst bekannt und benannt, ausführlich im Nationalen Integrationsplan der Bundesregierung von 2006.
Der Nationale Integrationsplan der Kanzlerin und ihrer Integrationsbeauftragten gilt mit seinem Ansatz der Integration als gemeinsame Aufgabe aller gesellschaftlichen Akteure einschließlich der Migranten selbst und der Medien als ein Meilenstein und europaweit als vorbildlich. Seine Umsetzung kann trotzdem nicht über Nacht erfolgen. Gesagt ist nicht getan.

Gelungene Integrationsarbeit ist etwas für Wege- und Brückenbauer mit Ausdauer. Der aktuell neu aufgelegte Chorgesang der "Sarraziner" über die gescheiterte Integration ignoriert die Bemühungen von Tausenden haupt- und ehrenamtlich engagierten Menschen mit und ohne deutschen Pass. Schlimmer noch: dieses hysterische Herbeireden des Misserfolgs legt all den Menschen und Einrichtungen, die den Weg in eine bessere Zukunft Deutschlands als funktionierende Gesellschaft bauen, Steine vor die Füße.

Wir, die Integration tagtäglich vor Ort gestalten, brauchen keine dramatischen Klagelieder der neuen "Hingucker" sondern verantwortungsbewusste Bündnispartner für unsere Integrationsarbeit, die sich konkret für ein besseres Miteinander einsetzen. Auch in Sachen Integration und Bildung gilt das alte, oft bemühte Motto: es gibt nichts Gutes außer man tut es. Oder frei schwäbisch abgewandelt: Schwätzen über Integration kostet nichts, aber nur richtiges Schaffen dafür bringt uns allen Gewinn, und darauf kommt es an.

Gari Pavkovic
Stuttgart, 13.09.2010

06.09.2010

Symposium zur interkulturellen Ausrichtung kommunaler Kulturarbeit in Stuttgart

Der Initiativkreis Interkulturelle Stadt (IKIS), zu dessen Gründungsmitgliedern das DTF gehört, veranstaltet am Montag, 11. Oktober 2010 im Stuttgarter Rathaus ein Symposium zur interkulturellen Ausrichtung kommunaler Kulturarbeit in Stuttgart. Das Symposium richtet sich gezielt an die VertreterInnen der Stuttgarter Kultureinrichtungen und der Kulturpolitik und wird sich konkret und praxisnah mit der Frage der interkulturellen Ausrichtung im Kulturbereich befassen.

PROGRAMM

9:30-9:45
  • Eröffnung
    Bürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann
    Landeshauptstadt Stuttgart, Referat Kultur, Bildung und Sport
  • Einführung
    Rolf Graser und Svetlana Acevic, Forum der Kulturen Stuttgart
9:45-10:30
  • Zum Verständnis der Diversität einer Einwanderungsgesellschaft und zum Prinzip der interkulturellen Öffnung
    Andreas Freudenberg, Global Music Academy, Berlin (Früherer Leiter der Werkstatt der Kulturen, Berlin)
10:30-11:00
Kaffeepause

11:00-12:30
  • Coffee-Table-Gespräch: Interkultur in Stuttgart
    Anna Koktsidou im Gespräch mit Stuttgarter KulturakteurInnen:
    - Prof. Dr. Inés de Castro, Direktorin des Linden-Museums Stuttgart
    - Iris Dressler, Direktorin des Württembergischen Kunstvereins
    - Dagmar Mikasch-Köthner, Direktorin der Volkshochschule Stuttgart
    - Friedrich-Koh Dolge, Leiter der Stuttgarter Musikschule
    - Christian Lorenz, Intendant der Internationalen Bachakademie Stuttgart
    - Peter James, Leiter des Popbüros Region Stuttgart
    - Rüdiger Meyke, Kulturamt Stuttgart, Leiter der Abteilung Kulturförderung
    - Werner Schretzmeier, Leiter des Theaterhauses Stuttgart
    - Sebastian Weingarten, Intendant des Renitenztheaters Stuttgart

12:30-13:30
Mittagspause

13:30-14:30
Interkulturelle Öffnung: Eine Frage von Konzepten?

  • Wie sieht es auf der kommunalen Ebene aus?
    Sabine Schirra, Leiterin des Kulturamtes Mannheim
  • Wie sieht es auf der Einrichtungsebene aus?
    Ingrid Bussmann, Direktorin der Stadtbücherei Stuttgart

14:30-16:00
Drei parallele Arbeitsgruppen zur Frage der interkulturellen Öffnung in folgenden Bereichen:

  • Publikum
    Input: Tina Jerman, Exile-Kulturkoordination e. V., Essen
    Moderation: Marta Aparicio, Volkshochschule Stuttgart/Fachbereich international/interkulturell

  • Programm
    Input: Andreas Freudenberg, Global Music Academy, BerlinModeration: Kerim Arpad, Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart

  • Personal
    Input: Wulfhild Reich und Ömer Aykut, Jugendamt der Landeshauptstadt Stuttgart
    Moderation: Stefanie Ender/Gari Pavkovic, Stabsabteilung für Integrationspolitik der Stadt Stuttgart

16:00-16:15

Pause

16:15-17:00
Präsentation der Ergebnisse/Verabredungen

Gesamtmoderation: Anna Koktsidou, SWR International

Anmeldung zum Symposium ist ab sofort möglich unter: sonja.schulz@forum-der-kulturen.de

Der IKIS ist ein Zusammenschluss von Kultur- und Bildungsinstitutionen in Stuttgart, die den internationalen Kulturaustausch unterstützen und den interkulturellen Dialog fördern wollen. Mitglieder und Mitwirkende dieses Initiativkreises sind u. a. Stadtbücherei Stuttgart, Institut für Auslandsbeziehungen, das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart, Junges Ensemble Stuttgart, Volkshochschule, Staatstheater, Akademie Schloss Solitude, Staatsgalerie sowie das Kulturamt Stuttgart und der Integrationsbeauftragte der Stadt. Seit Mai 2008 wird dieser Kreis vom Forum der Kulturen Stuttgart koordiniert und befasst sich seitdem verstärkt mit Fragen interkultureller Öffnung und möglichen Strategien kommunaler Kulturarbeit in einer kulturell diversen Stadt.

02.09.2010

Das Renitenz zieht um!

Nach 19 Jahren in der Eberhardstraße 65 und insgesamt 49 Jahren des Bestehens, wird das Renitenztheater, Stuttgarts Kabarettbühne, in Kürze das 50-Jahr-Jubiläum gegenüber den Glocken der Hospitalkirche in der Büchsenstraße 26 einläuten und somit ein neues Quartier beziehen. Hintergrund sind städteplanerische Veränderungen am bsiherigen Standort, die einen Umzug nicht zwingend notwendig, aber attraktiv machen. Der Spielbetrieb in der Büchsenstraße 26 wird im Oktober 2010 aufgenommen.

Wir gratulieren unserem langjährigen Partner Renitenztheater zur neuen Bühne, freuen uns schon auf die nächsten Deutsch-Türkischen Kabarettwochen (15. April bis 25. April 2011) und wünschen "toi toi toi" im neuen Haus!

Am 3. Oktober 2010 findet die Einweihung ab 11 Uhr mit einem Tag der offenen Tür statt, bei dem u.a. Christoph Sonntag, Werner Koczwara, Frl. Wommy Wonder, Murat Topal und Eric Gauthier auftreten. Näheres zum neuen Standort und dem Eröffnungsprogramm unter http://www.renitenztheater.de

20.08.2010

Stellenausschreibung Pädagogische Begleitung "Ağabey-Abla"

Stellenausschreibung Pädagogische Begleitung für das DTF-Stipendien- und Mentorenprogramm "Ağabey-Abla" (in Teilzeit 30% oder auf Honorarbasis)

Das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart e.V. ist eine von der Landeshauptstadt Stuttgart geförderte Einrichtung, die 1999 von deutschen und türkischen Bürgerinnen und Bürgern gegründet wurde. Unsere Schwerpunkte liegen in schulischer und außerschulischer Bildung, in kulturellen Programmen der Musik, der Literatur, des Films und des Theaters, in der Unterstützung anderer Kultureinrichtungen, in der Schaffung vielfältiger Begegnungen und politischer Diskussionsforen. Unsere Geschäftsstelle liegt im Herzen der Stuttgarter Innenstadt.

Im Frühjahr 2009 hat das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart durch die Förderung der Robert Bosch Stiftung ein Stipendienprogramm für begabte und engagierte deutschtürkische Gymnasiasten und Studierende eingerichtet, die auf ihrem eigenen Bildungsweg unterstützt werden. Die Stipendiaten sind zugleich als ehrenamtliche Mentoren für Schüler an vier Stuttgarter Grund- und Hauptschulen sowie an einem Gymnasium tätig: als "Ağabey-Abla" ("großer Bruder/große Schwester") begleiten sie jüngere Schüler mit türkischen Wurzeln und helfen diesen und ihren Eltern, sich im deutschen Schulwesen und außerhalb der Schule besser zu entfalten.

Für dieses Stipendien- und Mentorenprogramm suchen wir ab 1. September 2010 eine pädagogische Fachkraft, die für die pädagogische Begleitung des Programms zuständig ist, fundierte Kenntnisse im Umgang mit Mehrsprachigkeit und interkulturellen Aspekten von Lern- und Bildungsprozessen besitzt und als Ansprechpartner/in für die Mentoren, Eltern und Lehrer fungiert.

Zu Ihren Aufgaben zählen insbesondere:
  • Durchführung des Bewerbungsverfahrens für Mentoren
  • Vorbereitung der Mentoren auf ihre Aufgaben und Beantwortung individueller Fragen der Mentoren
  • Kontaktpflege zu Fachreferenten für Fortbildungen, Entwicklung eines Berater- bzw. Referentenpools
  • Konzeptionelle Weiterentwicklung des Fortbildungsprogramms
  • Organisation, Durchführung, Bewertung und Protokollierung der Fortbildungen sowie Reflexionstreffen der Mentoren
  • Übungsblätter erstellen, bewerten, Informationsmaterialien für die Mentoren bereitstellen
  • Eigene Homepage-Inhalte zu pädagogischen Themen erstellen, pflegen und aktualisieren

Wir erwarten:
  • Abgeschlossenes Studium im Fach Pädagogik/Sozialpädagogik/Sozialarbeit oder einen vergleichbaren Abschluss
  • Erfahrung in der Jugend-/Erwachsenenbildung, Coaching, Mentoring, Moderation
  • Flexibilität, Belastbarkeit und Organisationsgeschick
  • Teamfähigkeit ebenso wie selbstständiges Arbeiten

Wir bieten:
  • Eine abwechslungsreiche Tätigkeit in einem engagierten Team
  • Eine verantwortungsvolle Aufgabenstellung
  • Teilnahme an interessanten Fachtagungen

Bewerbungen bis 31. August 2010 schriftlich oder per E-Mail bitte mit kurzem Anschreiben, Lebenslauf mit Foto und letzten Zeugnissen an:

Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart e.V.
Nadlerstraße 4, 70173 Stuttgart
E-Mail: info@dtf-stuttgart.de

Ansprechpartnerin: Derya Bermek-Kühn, Tel. 0711/2484441

12.08.2010

Dokumention über Theaterreise "Orient-Express" im September im ZDFtheaterkanal

Angelehnt an den legendären "Orient-Express" fuhr von Mai bis Juli 2009 ein Zug mit einem zur Bühne umgebauten Eisenbahnwagon quer durch Europa fahren. Erster Stopp war Istanbul, danach folgten Stationen in Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Deutschland. Endstation war Stuttgart, wo vom 9. bis 19. Juli 2009 die unterwegs entstandenen Inszenierungen im Rahmen eines Theaterfestivals präsentiert wurden. Die Filmakademie Baden-Württemberg hat in Zusammenarbeit mit dem ZDFtheaterkanal und der Produktionsfirma eyecatchproductions eine Dokumention über diese fast zweimonatige Theaterreise produziert.
Der Film, der ab dem 4. September 2010 im ZDFtheaterkanal gesendet wird, zeigt Geschehnisse rund um den modernen Orient-Express. Die Filmemacher beobachten die Regisseure bei der Umsetzung der Stücke, die eigens für das Projekt in Auftrag gegeben wurden. Sie stellen die Theatergruppen vor, die aus den sechs durchquerten Ländern stammen und auf der rollenden Bühne proben und spielen. Und sie befassen sich mit den Reaktionen des Publikums. Aber auch die Theaterstücke selbst sind Ausgangspunkt intensiver Geschichten. In sechs verschiedenen Sprachen dargestellt, handeln die Stücke von der Begegnung zwischen Ost und West, von Reise, Vertreibung, Flucht und Ankunft. Gezielt sollen reale inhaltliche Entsprechungen zu den Theaterstücken aufgegriffen und filmisch miteinander verwoben werden. So dokumentiert "Orient-Express - Theater in einem Zug" den umfassenden Versuch, über das Medium Theater völkerverständigend zu wirken, begibt sich damit auf die Suche nach einer gesamteuropäischen Identität und wirft die Frage auf, wo Europa aufhört bzw. beginnt.

Sendetermine im ZDFtheaterkanal: 4., 9., 21. und 29. September, jeweils um 15:15 Uhr und 00.00 Uhr; sowie 7., 12., 17. und 22. September, jeweils um 10:15 Uhr

Weitere Informationen unter http://theaterkanal.zdf.de/

23.07.2010

Stellenausschreibung Ausstellungsprojekt "Anwerbeabkommen Deutschland-Türkei"

Das Linden-Museum Stuttgart sucht vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. Juni 2011 eine/n Mitarbeiter/in (Arbeitszeit 50%) für die Mitarbeit an einem Ausstellungsprojekt anlässlich des 50. Jahrestags des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei.

Das Vorhaben ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Linden-Museum Stuttgart, dem Planungsstab Stadtmuseum Stuttgart und dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart. Es wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Ihre Aufgaben umfassen im Wesentlichen:
- Recherchen zum Ausstellungsprojekt, darunter auch selbständige Durchführung, Auswertung und Aufbereitung von Interviews
- Betreuung von Schulprojekten
- Mitarbeit an der Ausstellungskonzeption
- Organisatorische Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Ausstellungsvorbereitung

Wir erwarten von Ihnen:
ein mit „gut“ oder besser abgeschlossenes erstes Hochschulstudium (B.A. oder höher) in einem museums- oder projektrelevanten Fachgebiet (Ethnologie, Orientalistik, Geschichte, Europäische Ethnologie/Empirische Kulturwissenschaft o.ä.), den Nachweis ausstellungsrelevanter Arbeitserfahrung (auch Praktika oder freie Mitarbeit) sowie türkische Sprachkenntnisse. Darüber hinaus sollten Sie gute PC-Kenntnisse haben, Team- und Kommunikationsfähigkeit, Organisationsvermögen und Eigeninitiative mitbringen. Von Vorteil sind Erfahrungen mit oral-history Interviews bzw. Methoden der qualitativen Sozialforschung.
Die Tätigkeit wird nach E 11 TV-L vergütet.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen Frau Dr. Annette Krämer (Orient-Referentin, Tel. 0711/2022 - 407) gerne zur Verfügung.

Ihre schriftliche Bewerbung (keine e-Mail) mit den üblichen Unterlagen senden Sie bitte bis spätestens 16.8.2010 (Eingang) an den Vorstand des Linden-Museums, Hegelplatz 1, 70174 Stuttgart. Bitte senden Sie uns nur Kopien ohne Plastikhülle o.ä., da eine Rücksendung nicht erfolgt. Nach Abschluss des Auswahlverfahrens werden alle Unterlagen vernichtet. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

13.07.2010

SommerFestival der Kulturen beginnt

Heute beginnt das SommerFestival der Kulturen auf dem Stuttgarter Marktplatz! Das große interkulturelle Festival präsentiert vom 13. bis 18. Juli 2010 sowohl Stars der internationalen Weltmusikszene als auch hiesige Künstler mit internationalem Background – und das bei freiem Eintritt an allen sechs Tagen. Mit dabei sind Gattamolesta (Italien), Rupa & The April Fishes (San Francisco), Open World Project (Stuttgart), Transglobal Underground (London), LéOparleur (Straßburg), Mahotella Queens (Südafrika), Selim Sesler (Türkei), Imam Baildi (Griechenland), Kaira Tiló (Senegal/Chile/Italien/D), OqueStrada (Portugal), Fanfara Kalashnikov (Rumänien/Ukraine/Berlin), Veronica Gonzalez Band (Chile/D) und Systema Solar (Kolumbien).

Freuen Sie sich in diesem Jahr auf einen türkisch-griechischen Abend am Freitag, den 16. Juli, mit dem "Magier der Klarinette" Selim Sesler und der griechischen Band Imam Baildi, die das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart gemeinsam mit dem Forum der Kulturen präsentieren.

Den Abend eröffnet Selim Sesler um 18 Uhr mit Klängen zwischen Roma-Musik und türkischer Arabeske. Selim Sesler gilt als einer der besten Klarinettisten in der türkischen Musikszene. Hierzulande wurde sein engagiertes Wirken durch seinen Auftritt in Fatih Akıns "Gegen die Wand" und in dessen Musikdokumentation "Crossing the bridge – The Sound of Istanbul" einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Dank seiner Experimentierfreude hat Selim Sesler sich ein breites musikalisches Repertoire angeeignet und etwas Neues, ganz Eigenständiges daraus geschaffen. Ob innerhalb einer Roma-Fasilgruppe oder solo auf der Klarinette, immer ist die schwungvolle Verbindung klassisch türkischer mit temperamentvoller Roma-Musik zu spüren. Live begeistert er durch seine unbändige Improvisationslust und lässt das Publikum garantiert nicht lange stillsitzen – runter von den Festivalbänken und ab auf die Tanzbeine!

Und im Anschluss ab 20 Uhr präsentiert die Band Imam Baildi aus Griechenland ihre Classic Creek Melodies & New Beats – Elektronic Balkan Fusion. Das Fundament der Musik von Imam Baildi sind harmonische, alte griechische Melodien und moderne, schmissige Balkan-Beats, darüber gelegt wird ein solider, einprägsamer und absolut tanzbarer Rhythmus: Perkussion und Schlagzeug, sowie gesampelte Rumba-, Samba- und Hip-Hop-Beats. Verschiedene klassische Instrumente wie Saxophon, Klarinette, Dudelsack oder Trompete treten hinzu, aufgepeppt durch traditionelle Rembetiko-inspirierte Bouzikis und Zigeunergitarren, nicht zu vergessen die Sänger: MC Yinka und Faye mit ihrer souligen Stimme.

Einen ersten Hör-Eindruck von beiden Bands erhalten Sie im Internet unter http://www.myspace.com/selimsesler und http://www.myspace.com/imambaildi

Das gesamte Festivalprogramm finden Sie unter http://www.forum-der-kulturen.de/

12.07.2010

US-Botschafter trifft Ağabey und Ablas

Der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland, Philip D. Murphy, hat sich am 8. Juli 2010 mit Mentoren und Schülern des DTF-Stipendien- und Mentorenprogramms "Ağabey-Abla" getroffen. Mit dabei waren auch der Frankfurter US-Generalkonsul Edward M. Alford und Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn, Staatsrätin für interkulturellen und interreligiösen Dialog sowie gesellschaftliche Werteentwicklung im Staatsministerium Baden-Württemberg.

Nach der Begrüßung durch den DTF-Kuratoriumsvorsitzenden, Dr. Mehmet Varlik, stellten Geschäftsführer Kerim Arpad und Programmleiterin Derya Bermek-Kühn das Stipendien- und Mentorenprogramm "Ağabey-Abla" vor. Die fünf anwesenden DTF-Stipendiaten und Stipendiatinnen berichteten mit ihren Kindern aus ihrem gemeinsamen Alltag in der Schule, bei Ausflügen und im Dialog mit Eltern und Lehrern. US -Botschafter Murphy zeigte sich sehr interessiert an den Erfahrungen und beglückwünschte die jungen Menschen zu ihrem Engagement. Er ermutigte sie, sich weiterhin für den Bildungserfolg der nachkommenden Generationen einzusetzen. Nach den Gesprächen beim Essen bekräftigte Murphy, wie wichtig Hilfestellung für Kinder mit Migrationshintergrund sei. "In Deutschland herrscht eine sehr ähnliche Situation wie in Amerika. Wir müssen gute Bildung für die Jugend gewährleisten", betonte der 53-jährige Amerikaner.

Die Schüler waren beeindruckt von der positiven und aufgeschlossenen Art des US-Botschafters. Dadurch hatten die Kinder auch keine Berührungsängste, den Botschafter über seine Arbeit zu befragen. Zum Abschied bekamen Murphy und die anderen Gäste von den Kindern als kleines Gastgeschenk eine Stuttgarter Süßigkeit.

06.07.2010

DTF-Ağabey-Abla-Team erläuft 739 Runden für Kinderrechte

Tropische Hitze bis 36 Grad, das WM-Spiel Deutschland-Argentinien und ein kräftiges Gewitter in der Nacht haben die insgesamt 43 teilnehmenden Teams nicht davon abgehalten, beim diesjährigen 24-Stunden-Lauf für Kinderrechte insgesamt 29.030 Runden, das entspricht 11.612 Kilometer, für einen guten Zweck auf der Waldau zu laufen.

Team-Sieger in diesem Jahr wurde die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft, gefolgt vom Kinderschutzbund Stuttgart und dem LAC Degerloch. Das DTF-Ağabey-Abla-Team errang mit 739 Runden und 295,6 Kilometern einen respektablen 13. Platz. Wir danken allen Mitläufern und natürlich unserem Team-Sponsor GAZI.

Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster gab am Samstag den Startschuss für den Lauf und zeigte sich wieder einmal begeistert von dem Idealismus der Teilnehmer, die trotz großer Hitze voller Lust um 14 Uhr starteten. Auch Stefan von Holtzbrinck, der Vorsitzende des Fördervereins Kinderfreundliches Stuttgart e.V. zeigte sich voll des Lobes, dass es wieder einmal gelungen sei, so viele Läufergruppen für die Kinderrechte in Stuttgart zu mobilisieren.

In diesem Jahr wurde für das "Kinderrecht auf gesunde Ernährung" gelaufen. Entsprechend werden alle erlaufenen Spendengelder zu 100 Prozent für Projekte verwandt, die sich der Thematik annehmen. Der nächste 24-Stunden-Lauf für Kinderrechte (www.24h-lauf-kinderrechte.de) wird am 2. und 3. Juli 2011 stattfinden. Das DTF und die Ağabey-Abla's sind sicher wieder dabei!

27.06.2010

Fachtag zur Unterstützung türkischer Familien mit Kindern mit Behinderung

Die Abteilung für Integration der Landeshauptstadt Stuttgart, das Staatliche Schulamt Stuttgart und die gemeinnützige Elternstiftung Baden-Württemberg veranstalten am Samstag, 3. Juli 2010 (9:30-16:00 Uhr), einen Fachtag zur Unterstützung türkischer Familien mit dem Titel "Mein Kind hat eine Behinderung oder eine chronische Erkrankung. Wie kann ich es besser fördern?" im Stuttgarter Rathaus (Großer Sitzungssaal).

Während des Fachtags werden sieben künftige Elternmentorinnen und Elternmentoren aus verschiedenen Herkunftsländern ausgezeichnet, die im Rahmen des Projekts "Mentorenschulung für Migranteneltern von Kindern mit Behinderungen" ausgebildet wurden. Dieses Projket wird von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert, um betroffene Migrantenfamilien in der Muttersprache über Frühförder- und Beratungsangebote zu beraten sowie Kontakte zu Sonderschuleinrichtungen zu informieren und zu begleiten.

Der Fachtag wendet sich vor allem an betroffene Familien sowie an Fachleute aus dem pädagogischen, schulischen und medizinischen Bereich. Um den Familien die Möglichkeit zu geben, sich in der Muttersprache zu informieren und auszutauschen, findet die Veranstaltung in türkischer und deutscher Sprache mit Simultanübersetzung statt.

Programm und Anmeldung unter http://www.stuttgart.de/img/mdb/publ/18391/55300.pdf

24.06.2010

Engelhafte LOKSTOFF-Premiere

"Der Himmel über Stuttgart – Engel I" hat heute eine gelungene Premiere gefeiert. Im Mittelpunkt stehen vier Menschen, die getrieben von Stess und Hektik kurz vor dem Burn-out stehen. Das Stück entstand in Zusammenarbeit mit dem Istanbuler Altıdan Sonra Tiyatro und dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart.

Das Ensemble von LOKSTOFF! verlässt das Theater als geschlossenen Raum und stellt seine Produktionen in die Zentren des öffentlichen Lebens. Durch die Vermischung von Realität und Theater macht LOKSTOFF! Kunst erlebbar und verändert so den Blick der Zuschauer auf die Plätze ihrer alltäglichen Umgebung. Deswegen spielt auch "Der Himmel über Stuttgart – Engel I" mitten auf der Tübinger Straße, während das Publikum im Schaufenster des Möbel- und Designgeschäfts E + H Meyer sitzt.

Für alle, die das live erleben wollen, heißt es jetzt: schnell Karten sichern! Weitere Informationen unter www.lokstoff.com/engel.php

Ein Vorgeschmack zum Anschauen bei Regio TV unter video.regio-tv.de/... und zum Lesen bei der Stuttgarter Zeitung unter www.stuttgarter-zeitung.de/...

21.06.2010

Manfred-Rommel-Preis 2010 ausgeschrieben

Das Kuratorium des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart stiftet seit dem vergangenen Jahr den Manfred-Rommel-Preis des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart. Der mit 3000 Euro dotierte Preis will die vielseitigen Initiativen, Projekte und Unternehmungen in der Region Stuttgart deutlicher sichtbar machen, in denen deutsche und türkische Bürger erfolgreich zusammenarbeiten, wirkungsvoll zum interkulturellen Dialog beitragen und gute Beispiele gelingender Integration in Bildung, Wirtschaft und Politik geben.

Ab sofort können wieder beispielgebende Initiativen und Projekte sowie Persönlichkeiten und Einrichtungen vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben. Die Ausschreibung und das Bewerbungsformular (pdf) für den Manfred-Rommel-Preis 2010 finden sich auf unserer Internetseite. Bewerbungen und Vorschläge können bis zum 31. Juli 2010 beim Deutsch-Türkischen Forum eingereicht werden.

Erstmals mehr Türkei-Auswanderer

Erstmals sind 2009 deutlich mehr Menschen von Deutschland in die Tü̈rkei gezogen als umgekehrt. Angesichts des Fachkräftemangels ein besorgniserregender Trend... Weiter unter www.wdr.de/tv/westpol...

17.06.2010

"Der Himmel über Stuttgart - Engel I" von Lokstoff! feiert Premiere

Am 24. Juni 2010 feiert Lokstoff! die Premiere des Stücks DER HIMMEL ÜBER STUTTGART - ENGEL I. Gespielt wird mitten in Stuttgarts Zentrum, auf der Tübinger Straße. Das Stück entstand in Zusammenarbeit mit der Istanbuler Schauspielgruppe Altıdan Sonra Tiyatro und dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart.

Mit DER HIMMEL ÜBER STUTTGART – ENGEL I wird das Konzept des Schaufensters als gläserne Membran zwischen Privatwelt und Öffentlichkeit fortgesetzt. Diesmal jedoch setzen wir die Zuschauer ins Schaufenster. Dort sind die sicher, währen draussen das Chaos tobt. Sie beobachten wie vier Menschen auf der Aussenseite über sich hinaus wachsen wollen. Jede Aufführung ist ein Unikat. Das Spiel findet auf der Straße statt. Die Passanten werden aktiv zur Kulisse des Stückes, mitunter zu Mitspielern, und beeinflussen so dessen Verlauf. Theater, das öffentlicher kaum sein könnte, das sich immer verändert, das jeden Tag anders ist.

DER HIMMEL ÜBER STUTTGART – ENGEL I wird vom Lokstoff!-Ensemble selbst entwickelt. Alle Menschen in Stuttgart sehen denselben Himmel über ihren Köpfen. Aber was ist mit dem Himmel in ihren Köpfen? Von welchen Engeln werden diese Himmel bevölkert? Wir suchen nach dem Engel in uns. Der Engel als Symbol für unsere Werte und Wünsche, Sehnsüchte und Ziele. Die Kraft, die es uns ermöglicht über uns hinaus zu wachsen. Angesprochen von ihren inneren Engeln, am Scheideweg zwischen Fremdbestimmung oder Selbstverwirklichung, begeben sich die vier Charaktere auf die Suche nach ihren Visionen und beginnen ihr Leben zu ändern. Wohin das führen kann, erkundet DER HIMMEL ÜBER STUTTGART – ENGEL I in einer einzigartigen Konstellation. Die einzelnen Geschichten verweben sich zu einem vielstimmigen Engelschor, aus dem die Sehnsüchte und Ziele der modernen Menschen in der Stadt herausklingen.

Weitere Informationen und Karten unter http://www.lokstoff.com/engel.php

09.06.2010

Allerlei Geschichten beim Aktionstag "Bildungspatenschaften direkt"

Zum heutigen Aktionstag "Bildungspatenschaften direkt" der Aktion zusammen wachsen hat das Stuttgarter Stipendien- und Mentorenprogramm "Ağabey-Abla" des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart seine Aktivitäten und Mentoren vorgestellt. Zahlreiche Kinder und ihre Eltern nutzten gemeinsam mit ihren Mentorinnen und Mentoren den Tag, um gemeinsam aus Büchern zu lesen, von ihren gemeinsamen Erlebnissen im Mentorenprogramm zu erzählen und mit den übrigen Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Als Gäste konnte das Deutsch-Türkische Forum die Schulbürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann, die Autorin Nilgün Taşman und den Ex-Fußballnationalspieler Hansi Müller begrüßen, die den Kindern aus ihrer Schulzeit erzählten.


Nilgün Taşman erzählte über den holprigen Weg einer im jungen Alter nach Deutschland eingewanderten Schülerin und wie sie es damals mit viel Energie bis zum Studium schaffte. Sie rief die Schüler auf, viel zu lesen und auch ihre eigenen Geschichten aufzuschreiben. Susanne Eisenmann erfreute sich einer noch sehr unbeschwerten Schulzeit, in der man als Schüler noch nicht so gefordert war wie heute. Gleichzeitig zeigte sich die Bürgermeisterin aber erfreut, wie bunt und vielfältig Schulen heute geworden sind und unterstrich die Bedeutung der Mehrsprachigkeit gerade bei Kindern mit Migrationshintergrund. Hansi Müller erzählte den Kindern, dass man auch als Profifußballer auf gute Leistungen in der Schule angewiesen ist und forderte von den Schülern Ehrgeiz und Durchhaltevermögen.

Die Kinder und ihre Mentoren saßen noch länger an diesem Tag im Foyer des Deutsch-Türkischen Forums im Europahaus zusammen und erzählten sich Geschichten aus ihrem Leben, lasen eigene Geschichten vor und stellten von ihnen gelesene Bücher vor.

Die DTF-Projektleiter, Derya Bermek-Kühn, zeigte sich am Ende hoch erfreut über die rege Teilnahme der Schüler, Mentoren und Eltern sowie die zahlreichen Gäste und Passanten, die man zum Aktionstag begrüßen konnte.